Haseloff: Gesellschaft muss für offenes Klima der Toleranz sorgen

Haseloff: Gesellschaft muss für offenes Klima der Toleranz sorgen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht die gesamte Gesellschaft in der Pflicht, für ein offenes Klima der Toleranz und gegenseitigen Achtung zu sorgen. Demokratie lebe aus dem Mitmachen, niemand sollte unbeteiligter Zuschauer sein, sagte Haseloff am Donnerstag im Magdeburger Landtag anlässlich einer Debatte zum Jahrestag des antisemitischen und rassistischen Terroranschlags vom 9. Oktober 2019 in Halle. "Wir müssen konstruktive Haltung zeigen: im familiären wie im privaten und öffentlichen Umfeld. Denn auch Passivität kann Einstellungen prägen und weitreichende Folgen haben." Sie könne stillschweigend zu einem, wenn auch ungewollten Einverständnis mit populistischen Parolen, und zu einer Erosion der öffentlichen Moral führen, warnte er.

Haseloff sagte: "Gewalt beginnt mit der Sprache." Irgendwann komme der Zeitpunkt, in dem es nicht mehr bei Gedachtem und Gesprochenem bleibe. Der Weg vom Denken zur Tat und von der Sprache zum Handeln sei oft sehr kurz: "Wir haben es vor einem Jahr schmerzlich erlebt."

Am vergangenen Freitag jährte sich erstmals der Anschlag auf die Synagoge in Halle. Der Tag war in der Saalestadt ein Tag des Gedenkens. Der Attentäter Stephan B. wollte am 9. Oktober 2019 in der Synagoge ein Blutbad anrichten. Es gelang ihm aber nicht, in das Gotteshaus einzudringen. Er erschoss eine 40 Jahre alte Passantin und anschließend in einem Döner-Imbiss einen 20-jährigen Mann. Seit Ende Juli läuft der Prozess gegen ihn. Die Bundesanwaltschaft hat B. wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mehreren Fällen sowie weiterer Straftaten angeklagt.

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