Islamic Relief: Sechs Millionen Euro für Nothilfeprojekte in 2019

Islamic Relief: Sechs Millionen Euro für Nothilfeprojekte in 2019

Der Verein Islamic Relief Deutschland (IRD) hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben knapp sechs Millionen Euro für Nothilfeprojekte ausgegeben. "Der Fokus lag auf dem Gesundheitssektor, insbesondere auf Menschen, die von Krieg und Vertreibung betroffen sind", teilte der Verein am Donnerstag in Köln mit. Dazu zählten Unterstützung von Rohingya-Geflüchteten in Bangladesch, die Bekämpfung der Cholera im Jemen und gezielte Winterhilfen etwa in Afghanistan und Jordanien.

Rund 960.000 Euro seien in Entwicklungsprojekte, etwas mehr als 3,4 Millionen Euro in Waisenpatenschaften und rund 220.000 Euro in das muslimische Seelsorgetelefon in Deutschland geflossen, hieß es. Letzteres habe im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestehen begangen, teilte der Verein mit. In 2019 hätten ehrenamtliche Seelsorger 4.950 Beratungsgespräche geführt. Innerhalb des gesamten Islamic Relief Netzwerks seien im vergangenen Jahr 9,5 Millionen Menschen in 31 Ländern durch Nothilfe- und Entwicklungsprogramme unterstützt worden.

Anfang September hatte das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" die Zusammenarbeit mit ihrer Mitgliedorganisation Islamic Relief Deutschland bis auf weiteres ausgesetzt. Dem Verein wird vorgeworfen, Kontakte zu fundamentalistischen Islamvertretern zu unterhalten. Die Bundesregierung hatte auf eine Anfrage der FDP im vergangenen Jahr geantwortet, es gebe "signifikante personelle Verbindungen" zwischen Islamic Relief und der islamistischen Muslimbruderschaft oder ihr nahestehenden Organisationen. Islamic Relief hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Zuletzt hatte die Mitgliederversammlung von Islamic Relief Deutschland einen neuen Vorstand gewählt, der den Angaben zufolge einen Reformprozess gestalten soll. Demnach soll eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft alle Vorstände, Mitglieder und Führungskräfte überprüfen. Zudem würden mit Partnerorganisationen ein erweiterter Verhaltenskodex und ein Verfahren zur Verhinderung und Sanktionierung von Fehlverhalten erarbeitet.

"Es ist unser Ziel, bis spätestens Ende 2021 unsere Mitgliedschaft bei Aktion Deutschland Hilft (ADH) wieder aktiv aufnehmen zu können", hatte der Vorstandsvorsitzende Hossam Said erklärt. "Außerdem hoffen wir, dass wir mögliche Vorbehalte auf Seiten der Bundesregierung bald ausräumen können, damit das Außenministerium zukünftig wieder Hilfsprojekte von IRD fördert."

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