Anzeige wegen sexueller Übergriffe: Kein Verfahren gegen Pfarrer

Anzeige wegen sexueller Übergriffe: Kein Verfahren gegen Pfarrer

Die Staatsanwaltschaft Münster hat ihre Ermittlungen gegen einen ehemaligen katholischen Pfarrer aus dem Kreis Steinfurt wegen sexueller Übergriffe eingestellt. Das Bistum Münster sei am Mittwoch darüber informiert worden, dass die Ermittlungen "nicht genügend Anlass zur Erhebung der öffentlichen Klage" böten, erklärte das Generalvikariat in Münster. Damit stehe auch für das Bistum fest, dass die Vorwürfe, die ein Priester erhoben habe, keine strafrechtliche Bedeutung hätten, erklärte der Interventionsbeauftragten des Bistums, Peter Frings. "Strafrechtlich gilt insoweit die Unschuldsvermutung."

Das Bistum hat jedoch eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Es lägen inzwischen Hinweise vor, die für das Bistum im Zusammenhang mit einem möglichen künftigen Einsatz des Priesters von Relevanz seien, erklärte Frings. "Es geht um Vorwürfe und Beobachtungen, die eindeutig den Präventionsvorgaben des Bistums widersprechen." Darüber werde mit dem beschuldigten Priester in nächster Zeit gesprochen. "Auch wenn es nicht um strafrechtlich relevante Sachverhalte geht, sind es Vorkommnisse, die geklärt werden müssen", betonte der Jurist.

Ein Priester aus dem Bistum hatte Anzeige gegen einen früheren Vorgesetzten wegen sexueller Übergriffe erstattet. Zugleich warf er dem Bistum vor, auf frühere Hinweise nicht angemessen reagiert zu haben. Der frühere leitende Pfarrer im Kreis Steinfurt ist laut Bistum derzeit auf eigenen Wunsch beurlaubt. Frings ist seit April 2019 Interventionsbeauftragter des Bistums Münster und damit die Ansprechperson für Hinweise oder Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs.

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