Dresdner Kreuzkirche geht coronabedingt neue Wege

Dresdner Kreuzkirche geht coronabedingt neue Wege
Die Dresdner Kreuzkirche will mehr Konzerte anbieten. Trotzdem bleiben die aktuellen Besucherzahlen wegen der Corona-Pandemie hinter den gewohnten zurück. Abstand halten müssen nicht nur die Gäste, sondern auch der berühmte Kreuzchor.

In der Dresdner Kreuzkirche werden wegen der Corona-Pandemie bis Jahresende mehr Konzerte mit dem Kreuzchor angeboten als sonst üblich. Hintergrund sei die reduzierte Besucherzahl pro Veranstaltung, die damit etwas aufgefangen werden soll, sagte Kreuzorganist Holger Gehring am Mittwoch in Dresden. So gebe es in diesem Jahr zwei Adventvespern mit dem Dresdner Kreuzchor sowie auch zwei Mal die beliebte Christmette am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages. Diese Angebote fanden bisher jeweils ein Mal statt - allerdings in einer voll besetzten Kirche.

Wegen der Corona-Hygieneauflagen mit Abstandsregelungen können derzeit in der Kreuzkirche am Altmarkt statt der möglichen mehr als 3.000 Personen nur knapp 900 Menschen Platz nehmen. Daher würden auch die Christvespern am Heiligen Abend von wie sonst üblich zwei auf vier aufgestockt. Auch die Zahl der Oratorienaufführungen im November sowie der Silvesterorgelkonzerte werde erhöht.

Gelungen sei dies alles in Kooperation der Dresdner Kreuzkirche, des Kreuzchores und der Dresdner Philharmonie sowie dem Vocal Concert Dresden, sagte Gehring. Der Kreuzchor werde bei seinen Auftritten in Klassenverbünden singen, zwischen denen der coronabedingte Mindestabstand geschaffen werde. Die Orchesterbesetzungen würden entsprechend reduziert.

An diesem Samstag startet die Kreuzkirche eine Spendenaktion zugunsten der Kirchenmusik. Anlass ist die erste schriftliche Erwähnung eines Organisten und eines Kantors der Kreuzkirche vor 650 Jahren. Das Geld soll in die Kirchenmusik der Gemeinde fließen, die nach eigenen Angaben ausschließlich aus den Konzerteinnahmen finanziert wird.

Der Titel der Spendenaktion "Census Sanctae Crucis" spielt auf ein historisches Verzeichnis an, in dem einst der Brückenzoll für das Überqueren der heutigen Augustusbrücke notiert wurde. Dieses Geld floss in die damalige Kirchenmusik an der Kreuzkirche. Urkunden mit einem Faksimile des mittelalterlichen Schriftstückes können nun für 25 Euro erworben werden.

Wie andernorts auch seien die Konzerteinnahmen wegen der Corona-Pandemie gesunken, sagte Kreuzkantor Gehring. Wie groß die Lücke ist, könne die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde aber erst zum Jahresende beziffern. Die Besucher seien zwar zurück, allerdings in begrenzter Zahl. Am Freitag wird in der Kreuzkirche das diesjährige Heinrich Schütz Musikfest eröffnet. Geplant sind bis zum 11. Oktober mehr als 40 Veranstaltungen an mehreren Orten in Mitteldeutschland.

Der weltberühmte Dresdner Kreuzchor befindet sich in Trägerschaft der Stadt. Seine Wirkungsstätte ist die evangelische Kreuzkirche am Altmarkt. Dort übernehmen die insgesamt rund 130 Sänger liturgische Dienste und sind darüber hinaus in Vespern und Konzerten zu hören. Der Chor tritt aber auch an säkularen Orten auf.

Er hatte zusammen mit Kreuzkirche und Kreuzschule 2016 sein 800-jähriges Bestehen gefeiert. Die Gründungsdaten der drei Einrichtungen sind allerdings nicht genau nachweisbar.

Die Kirche am Dresdner Altmarkt geht auf die 1215 gegründete Nikolaikirche zurück, 1388 wurde sie als Kreuzkirche neu geweiht. Im Zweiten Weltkrieg brannte sie bei dem Luftangriff der Alliierten auf Dresden am 13. Februar 1945 aus und wurde in der DDR bis 1955 wieder aufgebaut.

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