Polizeiwissenschaftler: Rassismus kann man nicht abtrainieren

Polizeiwissenschaftler: Rassismus kann man nicht abtrainieren

Der Bochumer Polizeiwissenschaftler Thomas Feltes stellt die Wirksamkeit von Anti-Rassismustrainings in der Polizeiausbildung infrage. Rassismus könne man nicht abtrainieren, Anti-Rassismus nicht antrainieren, sagte der Kriminologe von der Ruhr-Universität Bochum der "Berliner Zeitung" (Montag). Rassismus sei eine mehr oder weniger tief verwurzelte Einstellung, die entweder vorhanden sei, wenn man zur Polizei geht, oder aber im Verlauf der Ausbildung und Praxis erworben werde - und der sich viele nicht bewusst seien.

"Sicherlich gibt es in der Ausbildung Politikunterricht. Aber schon dort trauen sich viele Dozenten nicht, dieses Thema anzusprechen und sich selbst klar von solchen Tendenzen zu distanzieren, weil sie dann gegebenenfalls Widerstand aus den Reihen der Studierenden bekommen würden", sagte der Wissenschaftler.

Die entscheidenden Einflüsse, die zu rassistischen Grundhaltungen und Einstellungen bei Polizisten führen, werden laut Feltes "in der polizeilichen Praxis und der toxischen Subkultur der Polizei entwickelt". Jeder Beamte habe gewusst, als er den Beruf wählte, was ihn erwarte, und müsse immer und überall an Recht und Gesetz orientiert tätig werden. "Wer das nicht kann oder will, der muss den Dienst verlassen. Entweder freiwillig oder unfreiwillig", sagte Feltes.

Gegen 30 Polizistinnen und Polizisten in Nordrhein-Westfalen wird derzeit ermittelt, weil sie in privaten WhatsApp-Chatgruppen rechtsextremistische Propaganda ausgetauscht haben sollen. Alle Beschuldigten sollen Beziehungen zur Polizeiwache Mülheim an der Ruhr haben.

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