Studie: Betriebe nehmen in Corona-Krise mehr Rücksicht auf Familien

Studie: Betriebe nehmen in Corona-Krise mehr Rücksicht auf Familien

Die Corona-Krise hat in vielen Unternehmen zu einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognos-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, die am Freitag in Berlin veröffentlicht wurde. Zuerst hatte das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Freitag) darüber berichtet.

Laut der bundesweiten Befragung unter 750 Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten hat jeder zweite Betrieb (51 Prozent) als Reaktion auf die Corona-Pandemie Arbeitszeitregeln eingeführt oder ausgebaut, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Darunter fallen individuell vereinbarte Arbeitszeiten, flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten sowie Homeoffice und Telearbeit. Diese Maßnahmen will mehr als die Hälfte der Unternehmen auch nach der Krise weiterverfolgen.

Aus der Befragung lässt sich ableiten, dass die Bedeutung von betrieblichem Familienbewusstsein deutlich gestiegen ist, wie es heißt. Für 70 Prozent der Unternehmen waren familienbewusste Maßnahmen schon vor der Krise (eher) wichtig. 40 Prozent sagten bei der Befragung, dass die Bedeutung durch die Krise zugenommen habe. Und 40 Prozent gaben an, dass die Maßnahmen nach der Krise noch wichtiger werden. Mit dieser Einschätzung sind sich Unternehmen branchen- und größenunabhängig einig.

Auch auf das Rollenverständnis zwischen Männern und Frauen hatte die Krise laut der Befragung Auswirkungen. 78 Prozent der Unternehmen stimmten der Aussage zu oder eher zu, dass es in der Krise wichtig sei, dass sich auch Väter an der Kinderbetreuung beteiligen. Die These, es sei gut, wenn vor allem berufstätige Frauen kürzer treten, bejahten dagegen nur 26 Prozent der Befragten.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bewertete die Ergebnisse der Studie positiv. "Die Erfahrungen zeigen, dass Unternehmen mit einer familienorientierten Unternehmenskultur besser für die Herausforderungen der Corona-Krise und für die Zukunft gewappnet sind." Vieles von dem, was in der Pandemie plötzlich möglich war, etwa flexiblere Arbeitszeiten, Homeoffice und innovative Schichtmodelle, habe Potenzial für die Zukunft.

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