Vermögenskonzentration: Paritätischer fordert stärkere Besteuerung

Vermögenskonzentration: Paritätischer fordert stärkere Besteuerung

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert mit Blick auf die Reichtumskonzentration in Deutschland eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen, Einkommen und Erbschaften. Angesichts der durch die Corona-Pandemie anfallenden Zusatzausgaben dürfe auch eine einmalige Vermögensabgabe kein Tabu sein, erklärte der Verband am Mittwoch in Berlin.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte zuvor eine Studie veröffentlicht, wonach die Reichtumskonzentration in Deutschland stärker ist als angenommen. Danach besitzt ein Prozent der Bevölkerung 35 Prozent statt wie bisher berechnet knapp 22 Prozent des Nettovermögens, und die oberen zehn Prozent verfügen über rund zwei Drittel des gesamten Nettovermögens.

Die Vermögenden müssten stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens und Sozialstaats herangezogen werden, verlangte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider. Er sprach von einer "extrem ungleichen, geradezu obszönen Verteilung des Reichtums". Da die Finanzlage vieler Kommunen prekär sei, drohten zudem Verschlechterungen der öffentlichen Infrastruktur, auf die besonders die ärmere Bevölkerung angewiesen ist.

Damit mehren sich die Stimme nach höheren Steuern für Reiche zur Bewältigung der Corona-Folgekosten. Zuletzt hatten sich Millionäre aus sieben Ländern, vor allem den USA, an ihre Regierungen gewandt mit der Forderung, sie höher zu besteuern. Durch die Krise könnte eine halbe Milliarde Menschen in die Armut rutschen. Regierungen müssten die Verantwortung übernehmen, Mittel zu beschaffen und sie in angemessener Weise auszugeben, forderten die Millionäre in einem Offenen Brief.

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