Kreis hebt Quarantäne für Mennoniten in Euskirchen auf

Kreis hebt Quarantäne für Mennoniten in Euskirchen auf

Die große Mehrzahl der Tests nach dem Corona-Ausbruch in einer Mennonitengemeinde im nordrhein-westfälischen Euskirchen ist negativ ausgefallen. Der Krisenstab habe daher die Quarantäne für die Gemeindemitglieder wieder aufgehoben, teilte der Kreis Euskirchen am Freitag mit. Insgesamt seien von 870 Menschen nur 25 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Testung der Gemeinde sei damit abgeschlossen.

"Das ist ein höchst erfreuliches Ergebnis", erklärte Landrat Günter Rosenke (parteilos). "Damit sind wir weit weg von möglichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens." Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liege aktuell für den Kreis Euskirchen bei 14 und damit weit unter dem Grenzwert 50.

Menschen aus sieben Familien aus Euskirchen und Mechernich wurden den Angaben zufolge positiv getestet. Betroffen seien Kinder und Erwachsene im Alter von 5 bis 82 Jahren. Alle seien symptomfrei, erklärte der Kreis.

Nachdem 13 Corona-Infektionen in einer 15-köpfigen Familie festgestellt worden waren, die der freikirchlichen Gemeinde angehören, hatte der Landkreis Euskirchen in der vergangenen Woche Quarantäne für alle Gemeindemitglieder und deren Haushalte angeordnet. Ursprünglich sollten rund 1.000 Gemeindemitglieder getestet werden. Einige hätten sich über ihren Hausarzt testen lassen, von weiteren Mitgliedern würden in den nächsten Tagen noch Proben genommen.

Der Kreis bezeichnete es als sehr wahrscheinlich, dass ein Gottesdienst nicht zu einer Verbreitung des Virus geführt habe. In Abstimmung mit der Stadt dürfe die Gemeinde ab Mittwoch wieder Gottesdienste feiern und ihre Schule nutzen. "Aufgrund der geringen Zahl der Corona-Fälle sind wir davon überzeugt, dass von den Gemeindeaktivitäten kein besonderes Risiko ausgeht", erklärte der Leiter des Gesundheitsamtes, Christian Ramolla.

In Deutschland gibt es nach eigenen Angaben derzeit rund 40.000 Mennoniten in etwa 200 Gemeinden. Im Mai war es auch in anderen Freikirchen in Deutschland zu Corona-Infektionen gekommen: bei einer Baptistengemeinde in Frankfurt am Main und einer freikirchlichen evangelischen Pfingstgemeinde in Bremerhaven.

Meldungen

Top Meldung
Flüchtlingslager auf Lesbos
Die Diakonie hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für dessen Nein zu geplanten Landesaufnahmeprogrammen für Flüchtlinge aus Griechenland scharf kritisiert. Diakoniepräsident Ulrich Lilie spricht von einem "Armutszeugnis".