Corona-Krise: Trump dringt auf Öffnung der Kirchen

Corona-Krise: Trump dringt auf Öffnung der Kirchen

US-Präsident Donald Trump hat in der Corona-Krise an die Gouverneure der 50 Bundesstaaten appelliert, Kirchen bereits am Wochenende wieder zu öffnen. Gotteshäuser seien wichtig für die US-Bevölkerung und "essenzielle Orte, die essenzielle Dienste anbieten", erklärte er am Freitag (Ortszeit). Trump kritisierte, manche Gouverneure hätten Alkoholläden und Abtreibungskliniken als wichtig eingestuft, nicht aber Kirchen.

Die meisten Bundesstaaten lockern gegenwärtig Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus. In manchen Staaten ist die Zahl der Gottesdienstbesucher aber weiter stark beschränkt. Trump sagte, die USA bräuchten "mehr Gebete, nicht weniger".

Kirchenvertreter lobten die Äußerungen des Staatsoberhauptes. Der Präsident des Exekutivausschusses des Südlichen Baptistenverbandes, Ronnie Floyd, erklärte, das Eintreten Trumps für die Religionsfreiheit sei zu begrüßen. Der konservativ und evangelikal geprägte Verband ist die größte protestantische Kirche in den USA.

Die meisten US-Kirchengemeinden sind zwar vorsichtig mit der Rückkehr zu normalen Gottesdiensten, es wächst jedoch die Ungeduld: In Kalifornien hat eine Pastorenkoalition angekündigt, ihre Gemeinden würden an Pfingsten trotz gegenläufiger Vorschriften gemeinschaftliche Gottesdienste feiern.

Die römisch-katholischen Bischöfe in Minnesota kritisierten diese Woche die Begrenzung der Zahl von Gottesdienstbesuchern in ihrem Bundesstaat auf zehn. Sie kündigten an, dass in ihren Pfarreien ab dem 26. Mail wieder Gottesdienste möglich sein sollen, bei denen die Kirche zu einem Drittel gefüllt ist.

Die Gesundheitsbehörde "Centers for Disease Control" legte am Freitag Richtlinien für Gottesdienste vor. Gemeinden sollen sich demnach an örtliche Versammlungsvorschriften halten und Besucher ermutigen, Mundschutz zu tragen. Teilnehmer sollten 1,80 Meter Abstand halten.

In den USA liegt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen laut der Webseite der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore bei 1,6 Millionen. Seit Beginn der Pandemie im März sind mehr als 96.000 Menschen an Covid-19 gestorben.

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