Hilfswerke warnen vor bis zu einer Milliarde Hungernden

Hilfswerke warnen vor bis zu einer Milliarde Hungernden

Hilfswerke warnen vor einer Zunahme des weltweiten Hungers durch die Corona-Pandemie. Infolge der Krise könnte die Zahl der Hungernden von 820 Millionen auf eine Milliarde ansteigen, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, am Freitag in Berlin. Die Einkommensmöglichkeiten der Ärmsten gingen sofort verloren, wenn Tagelöhner und Wanderarbeiter durch die Corona-Restriktionen von einem Tag auf den anderen keine Arbeit mehr haben.

"Für sie ist die Gefahr, an Hunger zu sterben, bedrohlicher als das Virus selbst", sagte Mogge. Gemeinsam mit der Kinderhilfsorganisation "Terre des Hommes" stellte die Welthungerhilfe den diesjährigen "Kompass 2030" zur "Wirklichkeit der Entwicklungspolitik" vor.

Die Finanzierung von Hilfen zur Hungerbekämpfung und für die ländliche Entwicklung dürfe daher nicht reduziert werden, erklärten die Organisationen. Ein Sofortprogramm des Bundesentwicklungsministeriums sei wichtig und müsse wie von Minister Gerd Müller (CSU) gefordert mit rund drei Milliarden Euro untermauert werden.

Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländern arbeiten laut Mogge in der Landwirtschaft - ohne jede soziale Absicherung. Jede Strategie, um die Not zu lindern und eine wirtschaftliche Erholung einzuleiten, müsse den Agrar- und Ernährungssektor ins Zentrum stellen.

Die Vorstandssprecherin von "Terre des Hommes", Birte Kötter, forderte zudem, das Corona-Sofortprogramm gezielt im Bereich der Ernährungssicherung und der Förderung von Grundbildung für Kinder einzusetzen, damit sie nicht dauerhafte Verlierer der Krise bleiben.

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