Unicef befürchtet viel höhere Kindersterblichkeit durch Corona-Krise

Unicef befürchtet viel höhere Kindersterblichkeit durch Corona-Krise

Das Kinderhilfswerk Unicef erhöht seinen Nothilfeaufruf wegen der Folgen der Corona-Pandemie von 651 Millionen auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Weltweit wachse der Bedarf an humanitärer Hilfe für Kinder, erklärte Unicef am Dienstag in Köln und New York. Zu Beginn des fünften Monats der Pandemie seien die Kosten für Hilfsgüter, Transporte und Umsetzung von Hilfsmaßnahmen dramatisch gestiegen. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung und routinemäßigen Impfungen sei für Hunderte Millionen Kinder beeinträchtigt. "Dies kann zu einem signifikanten Anstieg der Kindersterblichkeit führen", erklärte die Hilfsorganisation der Vereinten Nationen. Bislang habe man 215 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Folgen der Pandemie erhalten.

Die Pandemie bringt Unicef zufolge verheerende sozioökonomische Konsequenzen mit sich und führt zu wachsender Not von Familien und Kindern. "Schulen sind geschlossen, Eltern können nicht arbeiten, und der Druck auf Familien wächst", sagte Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Unter diesen Bedingungen sowie aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs wüchsen die Risiken von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung für Kinder. Mädchen seien besonders von sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht. Viele vertriebene, geflüchtete sowie zurückgeführte Kinder hätten nur eingeschränkten Zugang zu Hilfe und Schutz.

"Die Mittel werden uns ermöglichen, auf die Krise zu reagieren, uns von ihren direkten Nachwirkungen zu erholen und die Kinder vor den langfristigen Folgen zu schützen", sagte Fore. Nach Einschätzung von Unicef leben 77 Prozent der Mädchen und Jungen weltweit (1,8 Milliarden) in einem der 132 Länder, in denen wegen des Coronavirus Ausgangsbeschränkungen verhängt wurden.

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