Aidshilfe fordert besseren Schutz vor Corona im Gefängnis

Aidshilfe fordert besseren Schutz vor Corona im Gefängnis

Die Deutsche Aidshilfe fordert einen besseren Schutz vor dem Corona-Virus in den Gefängnissen. "Die hygienischen Bedingungen in Haft sind für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Epidemie unzureichend", erklärte Sven Warminsky vom Vorstand der Aidshilfe (DAH) am Dienstag in Berlin: "Es bedarf unverzüglich ganz konkreter Maßnahmen, um die körperliche und psychische Gesundheit von Gefangenen und Bediensteten zu schützen."

So seien in den Justizvollzugsanstalten viele Menschen auf engstem Raum untergebracht. Schlechte Frischluftzufuhr und ein eingeschränkter Zugang zu Seife und Desinfektionsmitteln begünstigten die Verbreitung von SARS-CoV-2. Zudem leiden viele Inhaftierte der Aidshilfe zufolge an chronischen Atemwegserkrankungen oder anderen chronischen Infektionen.

Die Deutsche Aidshilfe fordert daher, die Belegung der Haftanstalten zu senken: "Menschen mit Ersatzfreiheitsstrafen und Kurzzeitstrafen, die zusammen über 40 Prozent aller Inhaftierten ausmachten, sowie besonders infektionsgefährdete Gefangene sollen aus dem Vollzug entlassen werden, sofern keine Sicherheitsbedenken bestehen." Sei eine Entlassung nicht möglich, bräuchten diese Gefangenen besonderen Schutz, zum Beispiel durch Einzelunterbringung. Gefangene müssten kostenlos Zugang zu Seife und Desinfektionsmitteln, zu Mund-Nase-Schutzmasken sowie zu Corona-Testmöglichkeiten bekommen.

Das gesetzliche Mindestmaß an Besuchen müsse auch in der Corona-Krise gestattet werden, etwa durch Besuche hinter Trennscheiben. Zum Schutz der Gesundheit von Gefangenen und Bediensteten müssten die medizinischen Dienste der Justizvollzugsanstalten personell verstärkt werden, forderte der Verband.

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