Maßnahmen zur Virus-Eindämmung zeigen Wirkung

Maßnahmen zur Virus-Eindämmung zeigen Wirkung
Bundesregierung fordert weitere Einhaltung von Regeln
Die Einschränkung des öffentlichen Lebens führt laut Robert-Koch-Institut zur Abflachung der Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus. Präsident Wieler will aber nicht von Entspannung reden. Merkel fordert zur weiteren Einhaltung der Regeln auf.

Die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigen Wirkung. Kurz vor Ostern meldeten Bundesregierung und Robert Koch-Institut erste Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus. Der Anstieg der Infektionen flache sich ab, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin. Die Einschnitte in den Alltag zeigten Wirkung, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Zugleich warnte Merkel vor Leichtsinnigkeit über Ostern. Die Lage sei fragil, die Regeln müssten weiter eingehalten werden.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, gab am Donnerstag wie jeden Tag die aktuellen Zahlen bekannt. 108.202 Covid-19-Fälle und 2.107 Todesfälle wurden nach seinen Worten bis dahin in Deutschland gemeldet. Die Zahl der neu übermittelten Fälle sei weiter auf einem hohen Niveau, zu Beginn der Woche bei rund 4.000 täglich, am Donnerstag wieder bei 5.000. Die Schwankungen seien natürlich, zeigten aber auch, dass von einer Entspannung noch nicht ausgegangen werden dürfe, sagte Wieler.

Die Bundesregierung appellierte kurz vor den Feiertagen mit erwartetem guten Wetter umso mehr, die Kontaktbeschränkungen weiter einzuhalten, auf Besuche bei Verwandten und Freunden zu verzichten sowie in der Öffentlichkeit Abstand zu halten. "Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen", sagte Merkel. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte, der bisherige Verzicht auf vieles dürfe nicht umsonst gewesen sein. Je besser die Befolgung der Regeln auch über das Osterfest gelinge, desto wahrscheinlicher werde eine schrittweise Rückkehr zur Normalität, sagte Spahn.

Über die mögliche Lockerung der Beschränkungen, die zunächst bis zum 19. April gelten, will Merkel am Mittwoch nach Ostern mit den Regierungschefs der Bundesländer beraten. Die Kanzlerin äußerte sich vor Ostern zurückhaltend. Vor nicht langer Zeit sei sie besorgt gewesen, ob die jetzt geltenden Maßnahmen nicht noch verschärft werden müssten. Man müsse darüber schon sehr froh sein, dass man dies "zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen muss". Im Falle einer Lockerung müsse man vorsichtig vorgehen, "wenn, dann in kleinen Schritten", sagte die Regierungschefin.

Der Anteil der mit dem Coronavirus infizierten Verstorbenen liegt laut Robert Koch-Institut derzeit bei 1,9 Prozent aller Erkrankungen. Er sei gestiegen, weil es zunehmend Ausbrüche der Krankheit in Pflegeheimen und Krankenhäusern gebe. Daher sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, zu Beginn der Epidemie seien mehr jüngere Menschen krank geworden. Wie viele Menschen in den systemrelevanten Berufen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Lebensmittelhandel sich infiziert haben, ist laut Wieler nicht bekannt.

In der Debatte über Lockerungen sprach sich Giffey dagegen aus, ältere Menschen zu ihrem eigenen Schutz stärker einzuschränken als jüngere. "Ich bin nicht der Meinung, dass wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft aufmachen sollten zwischen denen, die rausdürfen und denen, die drin bleiben müssen", sagte sie. "Wir brauchen andere Lösungen." Man könne an die älteren Menschen appellieren, sich vernünftig zu verhalten, statt ihnen verbieten zu wollen, das Haus zu verlassen. "Ältere Menschen sind mündige Bürger", betonte Giffey. Sie reagierte damit auf Vorschläge, älteren Menschen länger Einschränkungen aufzuerlegen als Nicht-Risikogruppen.

epd co/bm jup

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