Deutsch-dänisches Grenzland soll Unesco-Kulturerbe werden

Deutsch-dänisches Grenzland soll Unesco-Kulturerbe werden

Das deutsch-dänische Minderheitenmodell soll Immaterielles Kulturerbe der Unesco werden. Michelle Müntefering (SPD), Staatsministerin für Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, und die dänische Kulturministerin Joy Mogensen haben gemeinsam mit den Vertretern der Minderheiten einen entsprechenden Antrag unterzeichnet, wie die Deutsche Unesco-Kommission am Dienstag in Bonn mitteilte. Anlass ist die Volksabstimmung über den Grenzverlauf vor 100 Jahren. Die Entscheidung über die Aufnahme in das Unesco-Register soll bis Ende 2021 fallen.

Das Zusammenleben im deutsch-dänischen Grenzland sei eine Erfolgsgeschichte, sagte Müntefering. "Die Kraft der Kultur hat entscheidend dazu beigetragen, dass Grenzen in dieser Region nicht mehr trennen, sondern verbinden." Die Abstimmungen im Jahr 1920 führten zu der noch heute gültigen Grenzlinie. In der nördlichen Zone entschied sich die Bevölkerung mit 74,9 Prozent für Dänemark. Die südliche Zone stimmte mit 80,2 Prozent für den Verbleib in Deutschland. So kam "Nordschleswig" mit Hadersleben, Apenrade und Tondern zu Dänemark, "Südschleswig" zwischen Sylt, Flensburg, Eiderstedt und der Stadt Schleswig blieb deutsch.

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerk. Seit 2003 unterstützt die Unesco den Schutz dieser Kulturformen. 549 Bräuche, Darstellungskünste und Handwerkstechniken aus aller Welt werden derzeit auf diesen Listen geführt. Aus Deutschland sind unter anderem die Helgoländer Börteboote, das Biikebrennen, die Brotkultur, das Bierbrauen und die Ostfriesische Teekultur vertreten.

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