US-Evangelikale suchen Orientierung in der Corona-Krise

US-Evangelikale suchen Orientierung in der Corona-Krise

Auf einer zweitägigen Online-Konferenz haben evangelikale Pastoren aus den USA über den Umgang mit der Corona-Pandemie in ihren Gemeinden beraten. Der Nationale Verband der Evangelikalen und das private evangelikale Wheaton College in Illinois hatten zu der Veranstaltung eingeladen, die am Donnerstag und Freitag stattfand. Christliche Gemeinden sollten von den Behörden klare Vorgaben im Umgang mit der Pandemie erhalten, forderte der Leiter der US-Gesundheitsbehörde "United States Public Health Service", Jerome Adams. Er berät die US-Regierung maßgeblich während der Corona-Krise, die sich auch in den USA verschärft. Viele Bundesstaaten haben Beschränkungen für Zusammenkünfte erlassen.

Pastoren und Gemeinden fänden sich erst zurecht mit einer neuen Realität, sagte der Direktor des Billy Graham Centers im Wheaton College, Ed Stetzer. Doch die schwere Krise komme noch. Stetzer bedauert die "Politisierung" der Krisendebatte in den USA.

Es sei nicht leicht für Kirchen, das Ausmaß der Krise zu vermitteln, ohne Panik zu verbreiten, sagte Kommunikationsprofessor Theon Hill vom Wheaton College.

Die meisten Kirchen in den USA haben die "physischen Gottesdienste" vorübergehend untersagt und übertragen Gottesdienste nur im Internet. In einer Erklärung begründeten der Präsident des Nationalen Verbandes der Evangelikalen, Walter Kim, und der Geschäftsführer des evangelikalen Magazins "Christianity Toddy", Timothy Dalrymple, auch die Notwendigkeit der Absagen von Gottesdiensten an Ostern.

Nach Auskunft von Experten werde das Virus häufig beim Gottesdienst verbreitet. "Christen schütteln Hände, man umarmt einander", schreiben Kim und Dalrymple. Gläubige könnten beten und Gott verehren auch ohne "physisches Zusammenkommen".

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