Corona-Krise: Terres des Femmes warnt vor mehr häuslicher Gewalt

Corona-Krise: Terres des Femmes warnt vor mehr häuslicher Gewalt

Die Frauenrechtsorganisation Terres des Femmes warnt angesichts der sozialen Isolierung in der Corona-Krise vor steigenden Fällen von häuslicher Gewalt. Berichte aus China deuteten bereits darauf hin, dass die Isolierungsmaßnahmen als Folge der Corona-Pandemie einen erheblichen Anstieg der häuslichen Gewalt verursacht haben, erklärte Terres des Femmes am Mittwoch in Berlin. Ausgangssperren und die Minimierung sozialer Kontakte könnten die Lage in gewalttätigen Haushalten sehr schnell eskalieren lassen. Betroffene könnten zudem kaum aus der Situation ausbrechen.

"Es müssen mehr Mittel und Zufluchtsräume zur Verfügung gestellt werden, damit Betroffenen von häuslicher Gewalt schnell geholfen werden kann", sagte die Bundesgeschäftsführerin von Terres des Femmes, Christa Stolle: "Denn auch diese Welle wird als Folge der Corona-Pandemie Deutschland überrollen."

Terres des Femmes fordert ein sofortiges Hilfspaket für Frauenhäuser und Hilfeeinrichtungen für von Gewalt bedrohte und betroffene Frauen. Dazu zählten die schnelle und unbürokratische finanzielle Aufstockung für Hilfeeinrichtungen und die Bereitstellung von zusätzlichen Unterkünften für Betroffene. Zudem müssten die Innenministerien der Länder die Polizei deutlich dazu auffordern, das Gewaltschutzgesetz konsequent anzuwenden. Der Grundsatz, "wer schlägt, der geht", sei besonders jetzt wichtig, damit Frauen vorerst in den Wohnungen bleiben können, so die Frauenrechtsorganisation.

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