Marburger Forscher entwickeln einfache Beatmungsgeräte

Marburger Forscher entwickeln einfache Beatmungsgeräte

Marburger Forscher haben zwei einfache Beatmungsgeräte entwickelt, die in der Corona-Pandemie fehlende Beatmungsplätze kompensieren können. Weltweit gebe es zu wenige hochleistungsfähige Beatmungsgeräte, um gleichzeitig viele schwere COVID-19-Fälle zu versorgen, teilte die Philipps-Universität am Mittwoch mit.

Ein Team aus Forschung und Technik der Universität Marburg und des Universitätsklinikums Gießen und Marburg habe zwei unterschiedliche Konzepte erdacht: Das erste Konzept basiere auf der Verwendung sogenannter CPAP-Geräte (Continuous Positive Airway Pressure). Sie würden bisher etwa zur Behandlung von Schlafapnoe eingesetzt und seien in vielen privaten Haushalten vorhanden.

Die CPAP-Geräte müssten dafür erweitert werden. Diese Geräte seien dann zwar nicht für die Erstversorgung von akuten, schweren COVID-19-Fällen mit starker Atemnot geeignet, für die man weiterhin klinische Beatmungsgeräte brauche. Bei Patienten, die sich bereits erholt haben und die weniger intensiv beatmet werden müssten, könnten jedoch die modifizierten CPAP-Geräte zum Einsatz kommen. Klinische Beatmungsgeräte wären dann für die schweren Fälle frei.

Das zweite Konzept eigne sich für Länder, in denen CPAP-Geräte nicht verbreitet sind: Das Marburger Team entwickelte hierfür einfache Geräte auf der Basis von sogenannten "Ambu Bags". Diese "Ambu Bags" oder Beatmungsbeutel werden laut Universität in der Ersten Hilfe zur Erstversorgung eingesetzt und sind in großer Stückzahl preisgünstig verfügbar. Sie bestehen aus einer Maske, die auf das Gesicht gedrückt wird, und einem komprimierbaren Beutel, der mit der Hand in regelmäßigen Abständen zur Beatmung zusammengedrückt wird. Das Team entwickelte mechanische Apparaturen, welche die Beutel periodisch zusammendrücken.

Das Team wolle alle technischen Informationen und Bauanleitungen öffentlich verfügbar machen, damit die Geräte weltweit nachgebaut und in größeren Stückzahlen produziert werden können. Zurzeit seien die Forscher auf der Suche nach Räumlichkeiten und Geld für die Produktion.

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