Tote bei umstrittenem Verfassungsreferendum in Guinea

Tote bei umstrittenem Verfassungsreferendum in Guinea

Bei Unruhen im Umfeld des umstrittenen Verfassungsreferendums in Guinea sind am Sonntag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die oppositionelle FNDC sprach von mindestens zehn, die Regierung von vier Toten, berichtete der französische Auslandssender RFI am Montag. Militante Oppositionsanhänger hatten demnach in Vororten der Hauptstadt Conakry Wahllokale angezündet und sich Gefechte mit der Polizei geliefert. Hintergrund ist der Plan von Präsident Alpha Condé, sich durch eine Verfassungsänderung eine dritte Amtszeit zu sichern. Wegen der Corona-Krise hatte die Opposition eine Verschiebung der Abstimmung gefordert, die zeitgleich mit Parlamentswahlen stattfand.

Die Opposition protestiert seit Monaten gegen das Vorhaben. Mehr als 30 Menschen kamen bislang dabei ums Leben. Oppositionsführer Cellou Dalein Diallo hatte das Festhalten der Regierung an der Abstimmung als Verbrechen bezeichnet. Regierungschefs in vier der sieben Verwaltungsregionen des westafrikanischen Staates hatten ebenfalls vergeblich zu einer Verschiebung aufgerufen. Internationale Wahlbeobachter hatten abgesagt. Für Unmut hatte zudem gesorgt, dass das Internet in Guinea am Wochenende unterbrochen wurde, angeblich wegen Wartungsarbeiten.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation vom Montag gibt es bisher zwei offiziell bestätigte Corona-Infektionen in Guinea. Lokale Medien berichten von weiteren Verdachtsfällen. Das westafrikanische Land war während der Ebolakrise zwischen 2014 und 2016 besonders betroffen. Mehr als 2.500 Menschen starben. Condé regiert seit 2010. Guinea ist etwa so groß wie Großbritannien und hat 12,5 Millionen Einwohner. Es verfügt über große Bauxit-Vorkommen, zählt aber zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut.

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