Gewalt bei umstrittenem Verfassungsreferendum in Guinea

Gewalt bei umstrittenem Verfassungsreferendum in Guinea

Gewalt und die Ausbreitung des Coronavirus haben ein umstrittenes Verfassungsreferendum im westafrikanischen Guinea überschattet. In der Hauptstadt Conakry sei es am Wochenende zu Plünderungen und Aufständen gekommen, berichtete der Sender RFI. Rund fünf Millionen Bürger waren am Sonntag aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen und über Verfassungsänderungen abstimmen, die dem 82-jährigen Präsidenten Alpha Condé eine dritte Amtszeit ermöglichen würden.

Die Opposition protestiert seit Monaten gegen das Vorhaben und boykottierte die Abstimmung. Mehr als 30 Menschen wurden bei Protesten getötet. Auch am Wochenende kam es Medienberichten zufolge in mehreren Teilen des Landes erneut zu Zusammenstößen zwischen Gegnern der neuen Verfassung und Sicherheitskräften, bei denen Gebäude und Wahlunterlagen zerstört wurden.

Die Regierungschefs von vier der sieben Verwaltungsregionen Guineas hatten wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Verschiebung der Abstimmung gefordert. Nach Angaben der Regierung gibt es bisher zwei bestätigte Covid-19-Infektionen.

Die derzeitige Verfassung beschränkt die Regierungszeit eines Präsidenten auf zwei Amtsperioden. Condé regiert seit 2010 und könnte nicht mehr antreten. Bei einer Annahme der Änderungen würde die Zählung aber neu beginnen. Die neue Verfassung sieht auch ein Verbot von weiblicher Genitalverstümmelung und Kinderehen vor. Guinea ist etwa so groß wie Großbritannien und hat 12,5 Millionen Einwohner.

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