Bischof oder Bischöfin für Sachsen gesucht

Bischof oder Bischöfin für Sachsen gesucht
Drei Kandidierende stellen sich ab Samstag der Wahl durch die Synode
Drei Personen bewerben sich um das evangelische Bischofsamt in Sachsen. Am Tag vor der Wahl stellen sich Ulrike Weyer, Andreas Beuchel und Tobias Bilz den Fragen der Synodalen. Sie betonen die Wichtigkeit des Gesprächs in Kirche und Gesellschaft.

Die drei Kandidierenden für die Wahl zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens haben sich am Freitagabend in Dresden der Landessynode vorgestellt. Nach kurzen Vorträgen beantworteten sie Fragen der insgesamt 80 Mitglieder des Gremiums, das zu einer Sondertagung anlässlich der Bischofswahl zusammengekommen war. Um das höchste geistliche Amt der evangelischen Landeskirche Sachsens bewerben sich die Plauener Superintendentin Ulrike Weyer (46), der sächsische Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz (55) und der Meißener Superintendent Andreas Beuchel (56).

Die Wahl findet ab Samstag durch die Synode statt. Stimmberechtigt sind 80 Synodale. In den ersten beiden Wahlgängen ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Danach reichen für einen Wahlsieg mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen. Falls nach der dritten Abstimmung noch kein abschließendes Ergebnis vorliegt, wird die Wahl am Sonntag fortgesetzt.

Bilz betonte bei der abendlichen Vorstellungsrunde am Freitag die gemeinsame Verantwortung der Christen und die notwendige Einheit der Kirche. Ein Bischof oder eine Bischöfin müsse dafür "Orientierung geben und Freiheit ermöglichen". Die Aufgaben seien: "Ermutigen und Initiieren". Es sei dabei "unerlässlich, Menschen für die geistliche Bewegung zu begeistern".

Kandidatin Ulrike Weyer mahnte die Einheit der Kirche an. Sie nehme Unverständnis und sogar Wut in der Landeskirche wahr, sagte sie. Es sei eine Gesprächskultur notwendig, in der Vertrauen wachsen kann. Notwendig sei zudem eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus. "Wir müssen dem Hass etwas entgegensetzen und das können wir", sagte Weyer. Kirche solle gut erkennbar sein, etwa in Diakonie, im Bildungswesen, in der Kultur.

Superintendent Beuchel warb für Respekt und Toleranz. "Wir müssen wechselseitig aufeinander hören und uns auf Augenhöhe begegnen", sagte er. Es sei "ein großes Problem, dass wir an vielen Stellen nicht mehr im Gespräch sind".

Die Synodalen fokussierten in ihren Fragen die Themen Diakonie und Kirchenmusik, die Polarisierung in der Gesellschaft sowie die Herausforderungen im Umgang mit Rechtsextremismus.

Die Neuwahl war nach dem Rücktritt von Landesbischof Carsten Rentzing (52) im Oktober nötig geworden. Bei der Bischofswahl 2015 waren sechs Wahlgänge nötig. Rentzing hatte sich damals knapp gegen Tobias Bilz durchgesetzt. Die Einführung des neuen leitenden Geistlichen ist für den 25. April in Dresden vorgesehen. Das sächsische Bischofsamt ist auf zwölf Jahre beschränkt.

Rentzing war zum 31. Oktober aus dem Amt geschieden, nachdem antidemokratische Texte aus seiner Studienzeit öffentlich bekanntgeworden waren. Die Synode ist das gesetzgebende Organ der sächsischen Landeskirche und tagt in der Regel zweimal im Jahr in Dresden. Sie vertritt in Sachsen rund 677.000 evangelisch-lutherische Christen.

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