Migrantenorganisationen fordern Maßnahmen gegen Rassismus

Migrantenorganisationen fordern Maßnahmen gegen Rassismus

Migrantenorganisationen haben nach dem Terrorakt von Hanau konkrete Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus gefordert. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen mehr Menschen mit Migrationshintergrund als politische Entscheidungsträger. Nötig sei zudem ein ständiger "Partizipationsrat Einwanderungsgesellschaft" aus Wissenschaftlern und Migranten-Vertretern, ähnlich dem Deutschen Ethikrat und angesiedelt beim Bundestag. Die Bundeskonferenz ist nach eigenen Angaben ein Netzwerk aus 40 Migrantenorganisationen in Deutschland.

"Wir haben ein Repräsentationsdefizit", sagte Marta Neüff, Vorsitzende des Polnischen Sozialrates. So gebe es etwa im Bundeskabinett kein Regierungsmitglied, das über eigene Rassismuserfahrungen verfüge. "Für uns, die 23,6 Prozent der Bevölkerung, deren Kanzlerin Sie ebenfalls sind, ist das entmutigend", heißt es in dem offenen Brief an Merkel: "Man stelle sich ein Kabinett vor, das nicht einen einzigen Ostdeutschen umfasst oder keine einzige Frau", heißt es weiter in dem Schreiben.

Ein 43-Jähriger hatte am 19. Februar in der hessischen Stadt zwei Bars angegriffen und neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen. Er und seine Mutter wurden im Anschluss in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Der Generalbundesanwalt sprach von einer "zutiefst rassistischen Gesinnung" des Täters.

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