Schäuble: Taten wie in Hanau wachsen in vergiftetem Klima

Schäuble: Taten wie in Hanau wachsen in vergiftetem Klima

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat nach der Gewalttat in Hanau eindringlich zu einer Mäßigung im politischen Diskurs aufgefordert. "Solche Wahnsinnstaten geschehen nicht im luftleeren Raum, sie wachsen in einem vergifteten gesellschaftlichen Klima", erklärte Schäuble am Donnerstag in Berlin. Darin würden "auf übelste Weise Fremdenfeindlichkeit und abwegigste Verschwörungstheorien" geschürt, "bis Minderheiten als Bedrohung empfunden werden und Diskriminierung in zügellosen Hass umkippt", erklärte der Parlamentspräsident.

Alle trügen Verantwortung dafür, sich dem nicht zu beugen, "Politik und gewählte Repräsentanten in besonderem Maße", sagte Schäuble. Herausforderungen und damit einhergehende Konflikte dürfe man nicht beschweigen, "aber wie wir darüber politisch diskutieren, um Wege für ein menschliches Miteinander zu finden, bestimmt mit darüber, solchen offensichtlich rassistischen Taten vorzubeugen". "Gelingt und das nicht, machen wir uns mitschuldig", ergänzte der Bundestagspräsident.

Schäuble übermittelte den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme und wünschte den Verletzten schnelle körperliche Genesung. "Die seelischen Verletzungen werden bleiben", sagte er. Zudem ergänzte er, die offene Gesellschaft sei vor mörderischen Angriffen wie in Hanau nie hundertprozentig zu schützen.

Im hessischen Hanau hatte ein Mann am Mittwochabend nach Polizeiangaben in zwei Shisha-Bars neun Menschen erschossen. Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter und dessen Mutter danach tot in deren Wohnung. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen.

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