Unicef: 500.000 Kinder fliehen vor Gewalt im Nordwesten Syriens

Unicef: 500.000 Kinder fliehen vor Gewalt im Nordwesten Syriens

Im Nordwesten Syriens sind seit Anfang Dezember nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef mehr als eine halbe Million Kinder vor schwerer Gewalt geflohen. "Kinder und Familien sind gefangen in einer verzweifelten Situation voller Gewalt, bitterer Kälte, Nahrungsmangel und furchtbaren Lebensbedingungen", erklärte die Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore am Dienstag. In der umkämpften Provinz Idlib seien allein seit Beginn des Jahres 77 Kinder getötet oder verletzt worden - die tatsächlichen Zahlen lägen vermutlich noch höher.

Die Lage für syrische Kinder in Idlib bezeichnete Fore als absolut unhaltbar. Nach neun Jahren Bürgerkrieg lebten dort Zehntausende Kinder und ihre Familien bei eiskalten Temperaturen, Regen oder Schnee im Freien. Das dürfe nicht weitergehen, betonte Fore.

Die Unicef-Direktorin rief alle Kriegsparteien auf, Kinder und die Infrastruktur, von der ihr Leben abhänge, zu schützen. "Es ist Zeit, dass die Waffen schweigen und die Gewalt von allen Seiten gestoppt wird."

Die Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, das russische Militär und verbündete Milizen gehen seit April 2019 in Idlib gegen islamistische Kämpfer vor, die sich dort verschanzt halten. Der Syrien-Krieg begann 2011 mit einem Volksaufstand gegen Assad. Rebellen und Terrorgruppen eroberten weite Teile des Landes. Mit Hilfe Russlands und des Irans gewann Assad die meisten Gebiete zurück.