Islamverbände fordern Sicherheitskonzept für Schutz von Moscheen

Islamverbände fordern Sicherheitskonzept für Schutz von Moscheen

Die Islamverbände Ditib und Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) fordern nach Bombendrohungen gegen Moscheen und Haftbefehlen gegen Mitglieder einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle ein umfassendes Sicherheitskonzept. Moscheen, Synagogen und andere Einrichtungen religiöser Minderheiten in Deutschland mit einer erhöhten Bedrohungslage müssten vom Staat geschützt werden, erklärte die IGMG am Montag in Köln. Es könne nicht sein, dass Moscheegemeinden, die mit Spendengeldern finanziert würden, auch noch ihre eigene Sicherheit finanzieren müssten. Der Staat stehe in der Pflicht, für die Sicherheit seiner Bürger zu sorgen: "Dazu gehören auch Muslime."

Auch der türkisch-islamische Verband Ditib forderte, den Schutz der Moscheen und Muslime "konsequent zu gewährleisten". Der Verband appellierte vor allem an Politik und Gesellschaft, deutlich Stellung zu beziehen. "Das Schweigen der Mehrheit, auch der Politik und der moderaten Kräfte in unserem Land, insbesondere bei Angriffen gegen Muslime, wird nicht nur von einer breiten Gesellschaftsschicht als stillschweigende Duldung verstanden", kritisierte der Verband.

Die Ditib spricht von fast 100 registrierten Angriffen pro Jahr auf Moscheen in Deutschland. Allein in den ersten sechs Wochen dieses Jahres seien bereits über zehn Angriffe erfasst worden. In der vergangenen Woche hatten Moscheen in Unna, Hagen, Essen und Bielefeld über E-Mails Bombendrohungen erhalten. In allen vier Fällen wurden der Polizei zufolge die Gebäude mit Spürhunden durchsucht und dabei nichts Verdächtiges entdeckt. In Marl hatten zuvor Unbekannte offenbar ein allevitisches Gemeindehaus beschossen.

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