Kirchenland wird nur allmählich bio

Getreidefeld mit der evangelischen Kirche

© epd-bild/Jens Schulze

Getreidefeld mit der evangelischen Kirche in Rathendorf im Landkreis Leipzig.

Kirchenland wird nur allmählich bio
Der Wandel von einer konventionellen Agrarwirtschaft zur ökologischen Agrarkultur auf den landwirtschaftlichen Flächen von Kirchengemeinden braucht noch etwas Zeit. Das ist die Einschätzung des Referenten für nachhaltige Landwirtschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dirk Hillerkus.

Bei einer Veranstaltung auf dem Kongress der Messe Biofach in Nürnberg am Donnerstagabend sagte Hillerkus, die beiden großen Kirchen in Deutschland hätten einen großen Hebel in der Hand, um die Biolandwirtschaft zu fördern. Etwa vier Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland gehörten den Kirchen.

"Das Bewusstsein ist aber gestiegen", erklärte Hillerkus. Inzwischen gelte beispielsweise für die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKMD) die Prämisse "Ökologie steht vor Ökonomie", artgerechte Landwirtschaft mit sozialen Standards habe Vorfahrt.

Ökologische Kriterien bei der Verpachtung ihres Ackerlands sollten Kirchengemeinden stärker berücksichtigen, forderte der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Ralf Demmerle, und mahnte zur Eile. "Wir können nicht warten, bis die Vernunft unten ankommt", klagte der Biolandwirt aus Thüringen. Noch 2012 hätten die Kirchen bevorzugt an die großen Nachfolger der früheren Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaften (LPG) verpachtet, "der Pachtpreis spielte die entscheidende Rolle", kritisierte Demmerle.

Bei der Biofach-Veranstaltung stellte Björn Pasemann aus Greifswald ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen vor, die FINC-Foundation, die die Landvergabe neu regelt. Öffentliches Land müsse im Sinne des Gemeinwohls und des Schutzes der Biodiversität bewirtschaftet werden, sagte Pasemann. Nach langer Vorarbeit sei im vergangenen Jahr ein Stadtratsbeschluss gefasst worden, so dass eine Verpachtung nach sozialen und ökologischen Standards beginnen könne.

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