Kardinal Marx: Rückzug war längerfristig geplant

Kardinal Marx: Rückzug war längerfristig geplant

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat seinen Rückzug vom Vorsitz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz nach eigenen Worten längerfristig geplant. "Zum Rücktritt hat mich niemand gedrängt", betonte Marx am Mittwoch in Bonn. Er habe bereits im Sommer darüber nachgedacht, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten.

Marx hatte seinen Verzicht auf eine weitere Amtszeit am Dienstag damit begründet, dass er einem jüngeren Nachfolger Platz machen wolle. Es sei gut, wenn es einen häufigeren Wechsel an der Spitze der Bischofskonferenz gebe als alle zwölf oder 20 Jahre, sagte er in Bonn. In der Vergangenheit war Marx' Führungsstil von jüngeren Bischöfen kritisiert worden. Sie hatten auch eine Reform der Arbeitsweise der Bischofskonferenz gefordert.

Marx räumte ein, dass er im Hinblick auf Reformen nicht alles umgesetzt habe, was er bei seinem Amtsantritt versprochen habe. "Da habe ich auch Vieles nicht erreicht, was ich gerne gemacht hätte." Das habe aber nichts mit seinem Entschluss zum Rückzug zu tun, der bereits vor Weihnachten festgestanden habe. "Ich habe mich dann entschieden, es erst nach dem Beginn des Synodalen Weges zu machen."

Der durch den Missbrauchsskandal angestoßene Reformprozess in der katholischen Kirche hatte Ende Januar mit der ersten Synodalversammlung begonnen. Der 66-jährige Kardinal hatte den Synodalen Weg wesentlich mitgeplant und gegen konservative Bischöfe in Deutschland durchgesetzt.

Die Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz steht turnusgemäß auf der Tagesordnung der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe, die vom 2. bis 5. März in Mainz stattfinden soll.

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