Tauffest am Sandstrand

Wöhrder See in Nürnberg

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Am 21. Juni 2020 wollen sieben Nürnberger evangelische Kirchengemeinden am Sandstrand des Wöhrder Sees ein großes Tauffest feiern.

Tauffest am Sandstrand
Am Sandstrand des Wöhrder Sees wollen sieben Nürnberger Kirchengemeinden am 21. Juni ein großes Tauffest feiern. Aber nicht nur aus den beteiligten Gemeinden, auch darüber hinaus sind Kinder und Erwachsene eingeladen, sich taufen zu lassen, sagte die Pfarrerin an der Nürnberger Sebalduskirche, Annette Lichtenfeld. Das beginnt jetzt Einladungen zu verschicken und hat eine Homepage geschaltet.

Es sind noch ein paar Monate bis dahin, aber welche Resonanz haben Sie bisher auf die Idee eines Tauffestes am Nürnberger Wöhrder See?

Annette Lichtenfeld: Bevor es richtig publik ist, haben wir schon einige Anmeldungen von Familien. Viele finden das "cool". Wir sind zunehmend in einer Eventkultur - auch in der Kirche, was ich gut finde. Es ist eben etwas ganz anderes, draußen am See. Open Air haben kleinere und größere Kinder wirklich ein sinnliches Erlebnis. Und die ersten Fragen sind meistens: Muss ich da ganz ins Wasser rein oder wird das Baby unter Wasser gedrückt?  Da beruhige ich immer: Wir taufen auf drei verschiedene Weisen: Man kann untertauchen im See, im See stehen oder sich nicht nass machen und am Ufer bleiben. Dann wird man mit Wasser aus einer Schale getauft.

An wen richtet sich denn das Angebot?

Lichtenfeld: Ich möchte auf keinen Fall, dass wir bestimmte Schichten besonders im Blick haben oder andere ausschließen. Bei manchen Familien ist die Tauffeier im Alltag untergegangen. Viele Familien sagen, wir möchten kein bürgerliches Fest machen, in einer Kirche zusammensitzen und hinterher im Restaurant Essen gehen. Da sind die Großeltern geschieden und verfeindet oder die Schwester möchte nicht kommen. Aber auf diese Weise haben sie die Möglichkeit, trotzdem eine Taufe zu feiern, in eine große Gemeinschaft einzutauchen und keiner guckt, wo ist die Mutter mütterlicherseits oder warum ist denn jetzt der Papa von dem Kind nicht da. 

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Symbole der Taufe: Wasser, Licht, Segen und mehr

Wasser

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Wasser

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Wasser ist das Urelement des Lebens. Nur mit Wasser kann Leben entstehen. Wasser reinigt und erfrischt. Es kann aber auch eine Bedrohung für das Leben sein. Im Wasser kann Leben untergehen und enden. Der Täufling erfährt symbolisch, was Jesus Christus durchlebt hat. Wie er durch den Tod hindurch zum ewigen Leben gelangt ist, so "taucht" der Täufling auf als neuer Mensch. Genau darum geht es: Im Wasser der Taufe soll alles, was unser Leben bedroht, abgewaschen werden und untergehen. Neues, befreites Leben kann entstehen.

Name

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Auch wenn es zunächst so klingt – Taufe ist keine Namensgebung. Trotzdem spielt die Namensnennung bei der Taufe eine wichtige Rolle. Gott meint jeden und jede von uns ganz persönlich und kennt unsere Namen. Sie sind "eingeschrieben" in das "Buch des Lebens". Auch dem Täufling gilt: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!"(Jes 43,1)

Licht

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"Ich bin das Licht der Welt" (Joh 8, 12), sagt Jesus Christus. Die Osterkerze erinnert daran, dass er mit seinem Kommen und mit seiner Auferstehung der Welt das Licht gebracht hat. Wenn bei der Taufe für das Kind eine Kerze am Osterlicht entzündet wird, drückt das aus: Dieses Licht gilt auch für den Täufling. Es wird ihm in der Dunkelheit leuchten und ihn zu neuem Leben aufstehen lassen.

Regenbogen

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Das Versprechen, das Gott Noah nach der großen Flut gegeben hat, gilt auch dir, kleines Kind: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." (1. Mose 8,22)

Taufkleid

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Das festliche, meist weiße Taufkleid erinnert an den alten christlichen Brauch, den Neugetauften in der Osternacht ein weißes Gewand als Symbol des ewigen Lebens überzuziehen. Eine Woche lang trugen die getauften Erwachsenen das weiße Kleid im Gottesdienst. Es sollte daran erinnern, dass sie mit der Taufe mündige Christen waren und Christus "wie ein Gewand" angezogen hatten (Gal 3,27). In vielen Familien gibt es die schöne Tradition eines Taufkleides, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Hand

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Auch die Hände spielen in der Taufe eine wichtige Rolle: bei der Segnung des Täuflings im Namen des dreieinigen Gottes", bei der Taufe selbst, wenn die Eltern das Kind in die Hände der Paten geben und diese sie über den Taufstein halten. Wie wir ein Kind mit unseren Händen behüten und schützen wollen, so beschirmt uns Gott: "Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir (Psalm 139,5)."

 Kreuz

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Vorsichtig zeichnet der Pfarrer mit Daumen und Zeigefinger ein unsichtbares Kreuz auf die Stirn des Täuflings: "Nimm hin das Zeichen des Kreuzes, Du gehörst zu Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen". Nichts zeigt so sehr die Verbundenheit Gottes mit dem Täufling, wie dieses Kreuz. Nichts, "weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes" können ihn von der Liebe Gottes scheiden. (Röm 3,38)

Gibt es eine Kleiderordnung?

Lichtenfeld: Nein gibt es nicht. Aber wer im Wasser getauft werden möchte, sollte Wechselkleidung dabei haben. Und ich habe schon gehört, dass Baptistenpfarrer, die ja immer im Wasser stehend taufen, in ihrem Talarsaum eine Art Bleischnur haben, damit der Stoff nicht hochschwimmt. Vielleicht nehme ich mir für meinen Talar Klipse von der Tischdecke auf der Terrasse mit, mal schau'n. 

Was wissen Sie denn über die Wasserqualität im Wöhrder See?

Lichtenfeld: Da fragen Sie was. Wir werden auf jeden Fall vorher noch mal die Stadt Nürnberg bitten, nachzuschauen, wie sich die Enten ausgebreitet haben. Es wäre ja nicht schön, wenn man durch Entengrütze steigen müsste. Aber wir werden dann bestimmt Alternativen finden, die hygienisch sind.

Zum Nürnberger Tauffest am Sonntag, 21. Juni um 11 Uhr laden folgende Veranstalter ein: die evangelischen Kirchengemeinden St. Bartholomäus, St. Egidien, St. Jakob, St. Jobst, St. Lorenz, St. Sebald, Reformations-Gedächtnis-Kirche, TOHUWABOHU-Kirche, das evangelische Schulreferat, die Fachstelle Alleinerziehende, Kircheneintrittsstelle, evangelische Stadtakademie Nürnberg und evangelische Fachstelle für Lebensbegleitung