Minister Müller gegen stärkeren Bundeswehreinsatz in Mali

Minister Müller gegen stärkeren Bundeswehreinsatz in Mali

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Pläne von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kritisiert, zusätzliche Truppen zum Kampf gegen den Terror nach Mali zu entsenden. "Einer Ausweitung des Bundeswehreinsatzes stehe ich skeptisch gegenüber", sagte Müller der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Hilfreich sei vielmehr eine Ausweitung der Entwicklungszusammenarbeit, die er gerade vorbereite: "Nur wenn die Menschen eine Lebensperspektive haben, können wir Radikalisierung, Terror, Flucht und Schleppertum wirksam begegnen", betonte der Minister.

Hinter der Krise in Mali und in der gesamten Tschad-Region stünden Konflikte zwischen Bauern und Tuareg um immer weniger Wasser und immer weniger Weideland fürs Vieh. Er bereite daher eine Verstärkung der Initiative in der Sahel-Region vor. Schwerpunkte dafür seien die Modernisierung der Landwirtschaft, eine bessere Versorgung mit Wasser und die Schaffung von Ausbildungsplätzen und Jobs. "Die Radikalisierung ist die Folge der Ressourcenknappheit. Wenn nichts mehr bleibt, schließen sich die Menschen den Terrorgruppen Boko Haram und IS an, die ihnen einen Dollar Sold und ein Gewehr versprechen", erklärte der Minister.

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