Autor Schlink: Kirchenaustritt sollte gegenüber Kirche erklärt werden

Autor Schlink: Kirchenaustritt sollte gegenüber Kirche erklärt werden

Der Jurist und Schriftsteller Bernhard Schlink hat sich dafür ausgesprochen, dass Kirchenaustritte künftig auf Pfarrämtern statt wie bislang auf Standesämtern oder bei Amtsgerichten erklärt werden sollten. "Wo ein zwischenmenschliches Verhältnis ernst genommen wird, wird es nicht beendet, indem eine Stelle, die mit dem zwischenmenschlichen Verhältnis nichts zu tun hat, angerufen wird", erklärte Schlink in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag).

Auf diese Weise könnten die Kirchen einen besseren Eindruck davon erlangen, aus welchen Gründen ihre Mitglieder sich von ihnen abwenden und die Entscheidung möglicherweise noch umkehren, erklärte der Autor ("Der Vorleser") laut Vorabmeldung. Zumindest könnten die Kirchen durch ein aufmerksames und zugewandtes Gespräch in guter Erinnerung bleiben.

Zwar dürfe niemand gegen seinen Willen in eine Diskussion verstrickt werden, betonte Schlink. Aber viele Austrittswillige hätten ohnehin das Bedürfnis, ihre Entscheidung zu begründen oder über den Anlass zu diskutieren. Dieses Bedürfnis könne von den derzeit zuständigen Behörden aber nicht befriedigt werden.

Ein Recht darauf, bereits beim Akt des Austritts vom Kontakt mit den Kirchen verschont zu bleiben, gebe es nicht, erklärte der 75-Jährige. Umgekehrt stehe auch das Kirchenrecht einer bürokratischen Mitwirkung beim Austritt nicht entgegen.

epd mih

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