Debatte um neues Benedikt-Buch: Kardinal weist Vorwurf zurück

Debatte um neues Benedikt-Buch: Kardinal weist Vorwurf zurück

Der Präfekt der vatikanischen Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah, hat den Vorwurf zurückgewiesen, er habe Texte des emeritierten Papstes Benedikt XVI. ohne dessen Wissen für ein Buch gegen eine Lockerung des Priesterzölibats veröffentlicht. "Einige Attacken scheinen mir eine Lüge zu unterstellen", beklagte der Kurienkardinal in der Nacht auf Dienstag auf Twitter. Solche "Diffamierungen" seien außerordentlich schwerwiegend.

Benedikt habe "nicht vierhändig ein Buch mit Kardinal Sarah geschrieben", hatte die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" unter Berufung auf eine Quelle im unmittelbaren Umfeld des emeritierten Papstes berichtet. Eine spanische und eine argentinische Zeitung berichteten ebenfalls, Benedikt habe einer Veröffentlichung nicht zugestimmt.

Das laut Verlag von Benedikt und Sarah geschriebene Buch "Aus der Tiefe unserer Herzen" kritisiert Forderungen nach einer Weihe von Familienvätern zu Priestern im Amazonasgebiet als Antwort auf den dortigen Priestermangel in scharfer Form. Kurz bevor Papst Franziskus seine Entscheidungen über das Thema veröffentlichen wird, erscheint es an diesem Mittwoch in Frankreich.

Die Teilnehmer der Bischofssynode über die Kirche im Amazonasgebiet hatten im vergangenen Oktober mehrheitlich für die Einführung verheirateter Priester in der Region und damit für eine Lockerung der Zölibatsvorschriften gestimmt. Die Veröffentlichung von Teilen des Buches hatte Spekulationen angeheizt, Benedikt werde von Gegnern des amtierenden Papstes missbraucht. Die Stimme des 92-Jährigen ist mittlerweile so schwach, dass sie Besuchern zufolge kaum mehr verständlich ist. Gegner des Reformkurses von Papst Franziskus werfen diesem vor, gegen die Lehren der Kirche und insbesondere seines Vorgängers Benedikt zu verstoßen.

Meldungen

Top Meldung
Unbewusste Vorurteile im Animationsfilm beleuchtet
Das Studienzentrum der EKD für Genderfragen hat ein Projekt entwickelt, das auf Sensibilisierung setzt und alle ansprechen soll, die an Auswahlprozessen beteiligt sind, mit oder ohne Kenntnisse in Personalauswahlfragen.