UN-Beauftragter beklagt beispiellosen Terror im Sahel

UN-Beauftragter beklagt beispiellosen Terror im Sahel

Terror und Gewalt in der westafrikanischen Sahel-Region haben nach Angaben der Vereinten Nationen ein beispielloses Ausmaß erreicht. Die verheerenden Anschläge von Islamisten gegen militärische und zivile Ziele hätten alarmierende humanitäre Folgen, sagte der UN-Sonderbeauftragte für die Region, Mohammed Ibn Chambas, am Mittwoch (Ortszeit), vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Das Vertrauen der Bevölkerung sei nach den unerbittlichen Angriffen schwer erschüttert.

Innerhalb von nur drei Jahren sei die Zahl der Terroropfer allein im besonders schwer getroffenen Burkina Faso von 80 auf mehr als 1.800 gestiegen. Die Zahl der Flüchtlinge habe sich im gleichen Zeitraum auf rund 500.000 verzehnfacht. Chambas warnte davor, dass die etwa in Mali operierenden Terrorgruppen auch die Küstenstaaten Westafrikas ins Visier nehmen. Der Klimawandel verschärfe zudem Auseinandersetzungen zwischen Ackerbauern und Viehhaltern.

Terror, organisierte Kriminalität und Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen sind dem UN-Sonderbeauftragten zufolge eng miteinander verflochten. Terroranschläge hätten oftmals den Hintergrund, kriminelle Geschäfte zu befördern. Besonders stark seien Terrorgruppen in Gebieten, die vom Staat vernachlässigt würden. Dort versprächen sie der Bevölkerung erfolgreich Schutz und soziale Hilfe im Austausch für ihre Unterstützung. Deshalb müssten Antiterrormaßnahmen vor allem das Ziel haben, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Regionale Regierungen müssten auf allen Ebenen und Bereichen unterstützt werden.

Meldungen

Top Meldung
Fahrradfahrer, Blick auf den Lenker und die Straße, Autoverkehr im Hintergrund
Auch in diesem Jahr laden elf Landeskirchen und vier katholische Bistümer zum "Klimafasten" ein. Die Aktion beginnt am Aschermittwoch (26. Februar) und dauert bis Ostersonntag (12. April).