Trauer um Peter Schreier

Trauer um Peter Schreier

Vertreter aus Politik und Kultur haben den verstorbenen Sänger Peter Schreier gewürdigt. "Mit Peter Schreier verlieren wir einen großen Musiker und eine der eindrucksvollsten Stimmen unseres Landes", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im Kurznachrichtendienst Twitter. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schrieb, Schreier sei für viele Menschen ein künstlerischer Lebensbegleiter und musikalischer Vertrauter gewesen. Die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) sagte am Freitag in Dresden: "Mit ihm verlieren wir einen herausragenden Tenor, eine außergewöhnliche Stimme, einen Sachsen, der mit seiner Musik weltweit die Herzen erreichte."

Schreier war am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden gestorben. Der Intendant der Semperoper Dresden, Peter Theiler, lobte Schreier als "große Künstlerpersönlichkeit". Sein Schaffen habe "weltweit maßstabgebend gewirkt und nachhaltige Bewunderung in der Musikwelt hervorgerufen", sagte Theiler. Mit dem Dresdner Opernensemble feierte Schreier 1959 sein Bühnendebüt als Erster Gefangener in Beethovens Oper "Fidelio"- damals noch im Schauspielhaus am Zwinger, das auch als Opernbühne genutzt wurde.

1962 schaffte er den Durchbruch als Belmonte in Mozarts "Entführung aus dem Serail". Der gefragte lyrische Tenor stand in mehr als 60 Partien auf weltweit angesagten Opernbühnen - unter anderem an der Mailänder Scala und an der Metropolitan Opera in New York. Auch bei den Bayreuther und den Salzburger Festspielen war er oft zu Gast.

2013 wurde Schreier in Leipzig mit der Bach-Medaille geehrt. Auch als Mozart- und Schubertinterpret setzte er Maßstäbe. Zudem war Schreier als Dirigent tätig. Aufgewachsen in Gauernitz bei Meißen in einem musikalischen Elternhaus war er mit acht Jahren zum Dresdner Kreuzchor gekommen, wo er sein Talent früh auch als Solist entfalten konnte. Später studierte Schreier in Dresden Gesang und Dirigieren.

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens würdigte seine Verdienste um die Kirchenmusik. Früh sei der Sohn eines Kantors durch die sächsische Kirchenmusiktradition geprägt worden. Zeitlebens sei Schreier der evangelischen Kirchenmusik verbunden geblieben, insbesondere dem Dresdner Kreuzchor, erklärte der frühere sächsische Oberlandeskirchenrat Christoph Münchow. Zudem habe er Benefizkonzerte zugunsten von Kirchen unterstützt.