Weihnachten mehr als "eine Dosis Sentimentalität"

Pattie Calfy

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Weihnachten ist das Fest der Hoffnung.

Weihnachten mehr als "eine Dosis Sentimentalität"
Evangelische Bischöfe erinnern vor Heiligabend an den Sinn des Weihnachtsfests. Die Botschaft von Jesu Geburt setze Hass und Gewalt die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes entgegen. So werde Weihnachten zum Fest der Hoffnung.

Frankfurt a.M. (epd). Leitende Geistliche der evangelischen Kirche haben kurz vor Heiligabend die Bedeutung von Weihnachten als Fest der Hoffnung und der Liebe betont. In seiner Weihnachtsbotschaft bezeichnete der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Freitag in München Weihnachten als ein Fest der grenzenlosen Hoffnung. Der Medienbischof der EKD, Volker Jung, betonte in seiner Botschaft, an Weihnachten zeige sich die "Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes" besonders. Das strahle auch in die Gesellschaft hinein.

Der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm sagte, die Botschaft des Weihnachtsfestes verbinde Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten. Gott sei nicht zuerst Deutscher oder Chinese, Amerikaner oder Afrikaner geworden, sondern "einfach Mensch". Die Botschaft von der Geburt Jesu lasse selbst Menschen nicht kalt, die mit Religion eigentlich nichts anfangen könnten.

Hass und Gewalt dürften "nicht der Grundton unserer Gesellschaft sein", sagte der hessen-naussauische Kirchenpräsident Jung. Das Weihnachtsfest sei die "Gegenbotschaft gegen jede Form von Hass und Gewalt". Die Geburtsgeschichte Jesu sei "eine große Erzählung von der Liebe Gottes", schreibt er auf der Internetseite der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

An Weihnachten feiern Christen die Geburt von Jesus. Rund 8,3 Millionen Menschen besuchen laut EKD an Heiligabend die Gottesdienste evangelischer Kirchen in Deutschland.

Nach Worten des rheinischen Präses Manfred Rekowski ist Weihnachten viel mehr als "die Dosis Sentimentalität, die man sich alle Jahre wieder einmal gönnt". "Weihnachten ist Gottes Ja zur Menschlichkeit und sein Nein zur Zerstörung des Lebens", erklärte Rekowski in seiner am Freitag in Düsseldorf veröffentlichten Weihnachtsbotschaft. Diese Hoffnung feiere die Christenheit am bevorstehenden Weihnachtsfest. Es sei gut, dass sich viele Menschen an Heiligabend und Weihnachten in die Gottesdienste aufmachen, um sich diese frohe Botschaft für ihr Leben sagen zu lassen, erklärte der leitende Theologe der zweitgrößten Landeskirche.

Die Botschaft von Jesu Geburt mache "mutig und frei, unsere Welt im Geist Christi zu gestalten", sagte der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh in seiner am Freitag in Karlsruhe verbreiteten Weihnachtsbotschaft. Er verwies auf wachsende gesellschaftliche Ängste. Europa werde auf einmal wieder kleiner, militärische Gewalt gelte wieder als legitimes Mittel der Politik. Die Geburt von Jesus sei demgegenüber ein "Zeichen der Hoffnung, dass Gottes Menschenliebe das Leben auf dieser Erde schützt und stärkt."

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