Beauftragter Grübel: Kinder haben auch Recht auf Religionsfreiheit

Beauftragter Grübel: Kinder haben auch Recht auf Religionsfreiheit
Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), hat das Recht auf freie Religionsausübung auch für Kinder betont.
01.12.2019
epd-Gespräch: Franziska Hein (epd)
epd

"Religionsfreiheit ist kein Menschenrecht zweiter Klasse", sagte Grübel dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie dürfe auch in der notwendigen Abwägung gegenüber dem Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht aufgegeben werden, sagte er im Hinblick etwa auf die rituelle Beschneidung von Jungen als Teil der muslimischen und jüdischen Religion. Sie gehöre zur religiösen Identität.

Grübel wandte sich gegen die Auffassung, Kinderrechte zielten darauf, Kinder und Jugendliche aus der Obhut von Eltern und sorgeberechtigten Erwachsenen herauszulösen. Das gelte für alle von der Religionsfreiheit geschützten Traditionen, "auch wenn sie uns fremd erscheinen", sagte er.

Kinder nicht als kleine Erwachsene verstehen

Grübel betonte die Verbindung von Kinder- und Elternrechten. "Es ist wichtig, dass sich vor 30 Jahren die UN-Mitgliedsstaaten verpflichtet haben, Kindern mehr Rechte zu gewähren", sagte er. Doch man müsse auch dem Missverständnis entgegentreten, es ginge auch darum, Kinder vor der Einflussnahme Erwachsener zu schützen. "Die Stärkung der Kinderrechte darf nie bedeuten, Kinder zu kleinen Erwachsenen zu machen", sagte er. "Wer dies tut, schadet der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen."

Es sei gut, dass Kinder nach der UN-Konvention auch Beschränkungen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterliegen würden, die sich aus dem Erziehungsrecht und der Erziehungsverantwortung von Eltern und Sorgeberechtigten ergeben.

Durch die Trennung von Eltern und Kindern, wie bei einigen Familien der uigurischen Minderheit in China, wird laut Grübel in einigen Staaten versucht, den Eltern die religiöse Erziehung zu nehmen. "Solche staatlichen Bemühungen weichen das elterliche Erziehungsrecht auf. Das dürfen wir nicht hinnehmen", sagte er. Die UN-Kinderrechtskonvention wurde am 20. November von der UN-Vollversammlung angenommen.

 

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