Asyl: Open Doors kritisiert Umgang mit Konvertiten

Asyl: Open Doors kritisiert Umgang mit Konvertiten

Das Hilfswerk Open Doors wirft deutschen Behörden vor, die Schutzbedürftigkeit von zum Christentum konvertierten Asylsuchenden nicht genügend anzuerkennen. Die Organisation, die sich für verfolgte Christen einsetzt, legte am Montag in Berlin einen Bericht mit Ergebnissen einer Umfrage unter Konvertiten in Deutschland vor. Demnach ist die Schutzquote seit Mitte 2017 stark zurückgegangen. Bei den Studienautoren gibt es die Sorge, dass Christen in Länder abgeschoben werden, in denen ihnen Nachteile, gar Folter oder Tod drohen.

Ihr Schutz werde in Deutschland nicht gewährleistet, sagte Ado Greve, der für Open Doors federführend an der Studie beteiligt war. Bis Juli 2017 seien Anträge von Konvertiten noch in gut zwei Drittel (rund 68 Prozent) der Fälle positiv beschieden worden, danach nur noch in rund 36 Prozent. Vielen sei bei Verfahren vor Verwaltungsgerichten Schutz zugesprochen worden. Auch diese Quote gehe aber zurück, sagte der an der Studie beteiligte Detlef Blöcher.

Der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) forderte die Bundesregierung erneut zu einem Abschiebestopp für Konvertiten in bestimmte Länder auf. Man dürfe nicht in Länder zurückschicken, in denen sie wegen ihres Bekenntnisses erhebliche Schwierigkeiten bekommen, sagte er. Besonders in islamisch geprägten Ländern habe die Konversion zum Christentum negative Konsequenzen.

Für die Studie wurden laut Open Doors Fragebögen an rund 400 Gemeinden unterschiedlicher Prägung - evangelisch, katholisch, freikirchlich - verschickt. Ausgewertet wurden am Ende Antworten und Datensätze aus insgesamt 179 Gemeinden mit 6.516 Fällen von Konvertiten, der größte Anteil stammte aus dem Iran. Angaben zu Alter, Geschlecht oder Familienstand der Betroffenen wurden nicht erfasst.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz haben sich nach Angaben von Open Doors nicht an der Studie beteiligt. Beide Kirchen sind über ihre Beauftragten im Gespräch mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über den Umgang mit Konvertiten. Kauder ist nach eigenen Angaben mit dem Bundesinnenministerium über den Umgang mit Konvertiten im Gespräch.

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