Sudan: Waffenruhe soll humanitäre Hilfe in Darfur ermöglichen

Sudan: Waffenruhe soll humanitäre Hilfe in Darfur ermöglichen

Menschenrechtler drängen die Konfliktparteien im Sudan, nach Unterzeichnung einer Waffenrufe humanitäre Hilfe in den Regionen Darfur, Südkordofan und Blauer Nil zuzulassen. Die Menschen dort seien durch gezielte Blockaden seit Jahren von der Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung abgeschnitten, sagte Seif Magango von Amnesty International laut einer Mitteilung vom Dienstagabend. Alle Parteien in dem Konflikt müssten dafür sorgen, dass Hilfsgüter die leidende Zivilbevölkerung nun schnell erreichten.

Die neue Übergangsregierung im Sudan hatte am Montag mit dem Bündnis mehrerer Rebellengruppen, der "Sudanese Revolutionary Front" (SRF), eine Waffenruhe und eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin verspricht laut einem Bericht der Onlinezeitung "Sudan Tribune" die Regierung unter anderem, Friedensgespräche aufzunehmen und Hilfsgüter in die umkämpften Gebiete zu ermöglichen. Zudem sollen Organisationen, die von der Regierung des langjährigen Ex-Präsidenten Omar al-Baschir verboten wurden, ihre Arbeit wieder aufnehmen dürfen.

Al-Baschir hatte im März 2009 ausländische Hilfsorganisationen des Landes verwiesen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen ihn wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur ausgestellt hatte. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren könnten nun wieder Hilfsgüter in die umkämpften Gebiete gebracht werden, sagte der stellvertretende Anführer der SRF, Malik Ager Yasar Armen, der "Sudan Tribune". Armen äußerte sich zudem zuversichtlich, dass mit der neuen sudanesischen Regierung in Kürze ein Friedensabkommen erzielt werden könnte.

Die Armee hatte Anfang April den langjährigen Machthaber Al-Baschir abgesetzt und zunächst eine Militärregierung gebildet. Auf nicht nachlassenden Druck der Bevölkerung und des Auslands und nach monatelangen Verhandlungen wurde im August eine Übergangsregierung vereidigt. Ihr gehören sowohl Vertreter der Zivilgesellschaft als auch des Militärs an.

In den Regionen Darfur, Südkordofan und Blauer Nil herrscht seit mehreren Jahren ein Bürgerkrieg zwischen Rebellen, der sudanesischen Armee und von ihr unterstützte Milizen. Schätzungen zufolge sind bei den Auseinandersetzungen allein in Darfur seit 2003 mehr als 300.000 Menschen getötet und rund 2,7 Millionen vertrieben worden.

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