Pflege: Private Krankenversicherungen fordern mehr Eigenvorsorge

Pflege: Private Krankenversicherungen fordern mehr Eigenvorsorge

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) fordert eine Reform der Pflegeversicherung. PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther schlug am Mittwoch in Berlin einen "neuen Generationenvertrag" vor. "Er soll die Belastung der Älteren durch steigende Eigenanteile gezielt abfedern und zugleich die Jüngeren beim Aufbau einer privaten Eigenvorsorge unterstützen." So könne der Beitragssatz zur Pflegeversicherung langfristig auf dem heutigen Niveau stabilisiert werden, sagte Reuther. Derzeit beträgt der Pflegebeitrag 3,05 Prozent, Kinderlose zahlen mit 3,3 Prozent etwas mehr.

"Wer die Pflege sozial gerecht reformieren will, darf nicht nur an die heute Pflegebedürftigen denken", sagte Reuther. Dort liege die Schwäche der bisherigen Reformvorschläge. Mit ihnen könne zwar der durchschnittliche Eigenanteil von derzeit fast 2.000 Euro, den Pflegebedürftige für die Unterbringung in einem Heim selbst tragen müssen, begrenzt werden. Diese Reformansätze würden aber die Jüngeren weiter belasten.

Das Reformmodell des PKV-Verbandes sieht für die heute Älteren zusätzliche Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung vor. Der Anstieg der Eigenanteile würde dadurch gedämpft, sagte Reuther. Jüngere Generationen sollten dagegen durch zusätzliche private Vorsorge "ihre persönliche Pflegelücke schließen", sagte Reuther. Entsprechende PKV-Tarife könnten durch Steuerabzüge gefördert werden.

Nach dem PKV-Modell erhielten die heute über 80-Jährigen die größte Unterstützung und die nachfolgenden Jahrgänge schrittweise etwas weniger. Sobald die Geburtsjahrgänge 1955 bis 1965, die sogenannten "Babyboomer", im Ruhestand seien, könne die Solidarleistung auslaufen. Denn die nachkommenden Versicherten wären durch eine zusätzliche private Vorsorge abgesichert, erklärte der PKV-Chef.

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