Studie: Hunger führt nicht unbedingt zu Egoismus

Studie: Hunger führt nicht unbedingt zu Egoismus

Wer hungert, handelt nicht unbedingt egoistisch. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Team von Psychologen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford. Die Forscher untersuchten in mehreren Studien das Verhalten hungriger Versuchsteilnehmer, wie die Universität Gießen am Freitag mitteilte.

"Obwohl akuter Hunger möglicherweise egoistische Impulse verstärkt, schlagen sich diese sich oft nicht im Verhalten nieder", erklärte der Gießener Sozialpsychologe Jan Häusser: "Wir gehen davon aus, dass die sozialen Rahmenbedingungen - zum Beispiel mögliche Sanktionen oder der drohende Verlust von sozialem Ansehen - so stark sind, dass solche egoistischen Impulse ausgebremst werden."

In einer weiteren Studie zeigten die Wissenschaftler, dass der Glaube an das egoistische Verhalten hungriger Menschen dennoch weit verbreitet ist. "Grundsätzlich neigen Menschen dazu, egoistisches Verhalten und egoistische Motive zu überschätzen", sagte der Psychologe Paul van Lange von der Vrije Universiteit Amsterdam: "Offenbar gehen sie davon aus, dass insbesondere bei knappen Ressourcen das "wahre Ich" gezeigt und egoistischer gehandelt wird. Unsere Studien zeigen, dass dies zumindest für akuten Hunger nicht zutreffend ist."

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