Junge Gemeinde Jena klagt gegen Thüringens AfD-Chef Höcke

Junge Gemeinde Jena klagt gegen Thüringens AfD-Chef Höcke

Die evangelische Junge Gemeinde Jena verklagt Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. Eine Anwältin soll am Donnerstag die dafür nötigen juristischen Schritte einleiten, sagte Georg Elsner vom Gemeindekirchenrat in Jena am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er bestätigte damit einen Bericht des MDR.

Hintergrund ist ein langjähriger Streit darüber, ob Höcke unter dem Pseudonym "Landolf Ladig" ab 2011 in NPD-Postillen publiziert hat. Der AfD-Politiker bestreitet das vehement. Im Sommerinterview mit dem MDR antwortete er im August auf die Frage, ob er Ladig sei, man möge sich in der Sache doch an die Junge Gemeinde in Jena wenden. "Ich habe also aus zuverlässiger Quelle gehört, dass dort der Geburtsort von Landolf Ladig ist", sagte er in dem Gespräch.

Dagegen will die evangelische Jugend jetzt mit einer Unterlassungsklage vorgehen. Die Entscheidung über eine Klage sei im Gemeindekirchenrat bereits am 26. September gefallen, habe aber unter einem Finanzierungsvorbehalt gestanden, sagte Elsner. Zunächst sollten über Fundraising 2.500 Euro zur Deckung der erwarteten Kosten eingesammelt werden. "Inzwischen sind aber schon über 5.000 Euro zusammengekommen. Es kann also losgehen", fügte er hinzu.

Bei welchem Gericht die Klage erhoben werden soll, ist laut Elsner noch offen. Neben der Unterlassung hoffen die Kläger vor allem darauf, dass Höcke in einem Verfahren Farbe bekennen muss. Bisher hat der AfD-Politiker juristische Auseinandersetzungen zu diesem Thema gescheut. So klagte er bisher selbst nie gegen Behauptungen, er stecke hinter Landolf Ladig. Auch eine eidesstattliche Versicherung, zu der er wiederholt aufgefordert wurde, kam nicht zustande.

Meldungen

Top Meldung
Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat den Haushaltsplan für 2020 beschlossen. Die Delegierten stimmten am Mittwochmorgen in Dresden einstimmig für den Entwurf, den Finanzexperte und EKD-Ratsmitglied Andreas Barner bereits am Montag eingebracht hatte.