Papst beklagt Macht der Märkte über Versorgung mit Nahrungsmitteln

Papst beklagt Macht der Märkte über Versorgung mit Nahrungsmitteln

Papst Franziskus hat am Welternährungstag die Macht profitorientierter Märkte über die Versorgung mit Lebensmitteln beklagt. "Es ist grausam, ungerecht und paradox, dass es heutzutage Nahrung für alle gibt und trotzdem nicht alle Zugang dazu haben", betonte er in seiner am Mittwoch in Rom veröffentlichten Grußbotschaft an den Generaldirektor der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Qu Dongyu.

Seine Kritik an der Vergeudung und dem Überkonsum von Lebensmitteln in manchen Weltregionen bezog er ausdrücklich auch auf die Nutzung von Nahrungsmitteln zu anderen Zwecken. Das Kirchenoberhaupt nahm damit in der Debatte um die Herstellung von Biotreibstoffen etwa aus Raps und Mais Stellung.

Der Kampf gegen Hunger und Unterernährung weltweit werde so lange andauern, wie ausschließlich der Logik des Marktes gefolgt und "um jeden Preis allein nach Profit gestrebt wird", fügte der Papst hinzu. Der Wert von Lebensmitteln werde verzerrt, wenn er auf eine reine Handelsware reduziert sei, die der Finanzspekulation unterliege.

Der Papst erinnerte in seiner Grußbotschaft zum Welternährungstag daran, dass 820 Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden, während gleichzeitig knapp 700 Millionen übergewichtig sind. Viele der Übergewichtigen lebten mittlerweile in Ländern mit niedrigem Einkommen, wo weiterhin wenig und schlecht gegessen werde, während gleichzeitig Ernährungsmodelle der Industrieländer kopiert würden, betonte er mit Blick auf die Verbreitung von Fast Food auch in Entwicklungsländern.

Der Welternährungstag (16. Oktober) stand in diesem Jahr unter dem Motto "Unser Handeln ist unsere Zukunft. Gesunde Ernährung - für eine Welt ohne Hunger". Er erinnert an die Gründung der FAO als Sonderorganisation der UN am 16. Oktober 1945.

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