Generalbundesanwalt: Synagogen-Angriff von Halle war Terror

Generalbundesanwalt: Synagogen-Angriff von Halle war Terror

Die Ermittler werten den Synagogen-Angriff von Halle als Terroranschlag. "Was wir gestern erlebt haben, war Terror", sagte Generalbundesanwalt Peter Frank am Donnerstag in Karlsruhe. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach von einem "rechtsextremistischen Terroranschlag eines Einzeltäters". Nur durch glückliche Umstände sei es dem Täter nicht gelungen, in die Synagoge einzudringen.

Nach Worten Franks wollte der mutmaßliche Täter Stephan B. in der Synagoge ein Massaker anrichten. Er sei "wohl tief durchdrungen" von einem erschreckendem Antisemitismus und Fremdenhass. B. habe sich schwer bewaffnet und mit einer großen Menge Sprengstoff zur Synagoge begeben, um dort zahlreiche Menschen zu töten.

Stephan B. habe sich in einer Tradition mit Attentätern wie dem Terroristen von Christchurch in Neuseeland gesehen, der im März zwei Moscheen gestürmt und 51 Menschen erschossen hatte. Mit dem Filmen seiner Tat habe B. eine weltweite Wirkung erzielen wollen.

Laut Frank hat die Bundesanwaltschaft Haftbefehl wegen zweifachen Mordes, neunfachen Mordversuches und weiterer Straftaten beantragt. B. sollte noch am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Um Hintergründe der Tat zu ermitteln, sei B.s Wohnung durchsucht worden. Noch sei unklar, wie sich der Tatverdächtige radikalisierte und warum er sich zu der Tat entschloss. Auch werde ermittelt, ob er Unterstützung bei der Beschaffung von Waffen und Sprengstoff bekam.

In Halle waren am Mittwoch während eines Gottesdienstes zum jüdischen Feiertag Jom Kippur in der Nähe der Synagoge zwei Menschen erschossen worden. Am frühen Nachmittag wurde der Verdächtige Stephan B. festgenommen.

"Wir müssen an der Stelle ganz deutlich machen, dass wir unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger deutlich besser schützen müssen", räumte Justizministerin Lambrecht an. Es gehöre zur deutschen Staatsräson, dass Juden in Deutschland sicher leben können. Rechtsextremismus sei "eine der größten Bedrohungen, der wir uns aktuell stellen müssen".

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