Seehofer: Müssen von antisemitischem Angriff ausgehen

Seehofer: Müssen von antisemitischem Angriff ausgehen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geht bei den tödlichen Schüssen in Halle von einem antisemitischen Motiv und einem rechtsextremistischen Hintergrund aus. "Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt", erklärte Seehofer am Mittwochabend in Berlin. Nach Einschätzung des Generalbundesanwalts gebe es zudem "ausreichend Anhaltspunkte" für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund, ergänzte er.

Seehofer kündigte an, am Donnerstag gemeinsam mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, in das sachsen-anhaltische Halle zu reisen, um sich zu informieren und mit Vertretern der jüdischen Gemeinde zu sprechen. "Der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur ist heute ein schwarzer Tag", erklärte der Bundesinnenminister. Ein schwer bewaffneter Täter habe versucht, in eine Synagoge einzudringen, in der sich rund 80 Menschen aufhielten, ergänzte er.

In Halle waren am Mittwoch nach Polizeiangaben in der Nähe einer Synagoge zwei Menschen erschossen worden. Am frühen Nachmittag wurde ein Verdächtiger festgenommen. Zu den Hintergründen der Tat machte die Polizei zunächst keine konkreten Angaben. Der Generalbundesanwalt zog schnell nach der Tat die Ermittlungen an sich. Der Fall habe eine besondere Bedeutung, hieß es zur Begründung.

Seehofer sagte, er sei über die Tat zutiefst bestürzt. "Das ist ein abscheulicher Angriff auf unser friedliches Zusammenleben", erklärte er.

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