Streit um "Little Home": Stadt schleppt Mini-Haus für Obdachlose ab

Streit um "Little Home": Stadt schleppt Mini-Haus für Obdachlose ab

Im Streit um ein Mini-Haus für Obdachlose hat die Stadt Hannover einen Gerichtsbeschluss umgesetzt und das "Little Home" einer wohnungslosen Frau abschleppen lassen. Das drei Quadratmeter große Holzhäuschen sei mit Hilfe eines Abschlepp-Unternehmens aus dem öffentlichen Straßenraum entfernt und auf einen städtischen Bauhof transportiert worden, sagte eine Sprecherin am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dort werde es eingelagert. Wenn die Frau einen geeigneten Stellplatz gefunden habe, könne sie das Holzhaus abholen.

Die Wohnbox stand zuletzt am Rand einer Fahrbahn im Stadtteil Ricklingen. Sie war der obdachlosen Erika H. im vergangenen Dezember vom Kölner Verein "Little Home" kostenlos überlassen worden. Die Frau, eine über 60 Jahre alte frühere Yoga-Lehrerin, hatte versucht, die Räumung zu verhindern. Dafür reichte sie beim Verwaltungsgericht Hannover eine Klage und einen Eilantrag ein. Das Gericht wies den Eilantrag jedoch zurück (AZ: 7 A 4377/19).

Wo Erika H. jetzt wohne und ob sie schon Aussicht auf einen neuen Stellplatz habe, sei der Stadtverwaltung nicht bekannt, sagte die Sprecherin. Das Mini-Haus stand ursprünglich befristet auf dem Grundstück einer katholischen Kirche. Als sich die Bewohnerin nach dem Ablauf der Frist weigerte, mit ihrem Domizil an einen anderen Standort umzuziehen, schoben Polizisten das Haus an den Rand einer Stichstraße in der Nähe der Kirche. Dort stand es seit mehreren Monaten zwischen parkenden Autos.

Die Holzhäuser werden seit zwei Jahren von dem Verein an obdachlose Menschen verschenkt. Im Inneren befinden sich unter anderem eine Matratze, ein Regal und eine kleine Arbeitsfläche mit Kochmöglichkeit. Der Verein hat nach eigenen Angaben in den vergangenen beiden Jahren mit Hilfe von Spenden bereits 109 "Little Homes" gebaut und in elf Städten aufgestellt.

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