Laien-Katholiken fordern Zugang zu Weiheämtern für Frauen

Laien-Katholiken fordern Zugang zu Weiheämtern für Frauen

Nach Auffassung des Berliner Erzbischofs Heiner Koch bekleiden Frauen in der katholischen Kirche in Deutschland bereits heute viele Leitungspositionen. "Leitung geschieht vielfach", sagte Koch am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Im Erzbistum Berlin etwa seien vier Hauptabteilungsleiterinnen beschäftigt. Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, betonte, dass Frauen Zugang zu allen Weiheämtern erhalten müssten. "Ich habe Anerkennung, für das, was bereits passiert ist, aber das reicht nicht", sagte sie.

Die katholische Kirche dürfe über die Zeichen der Zeit nicht hinweggehen. "Gesellschaftlich haben wir rasante Schritte nach vorne gemacht. Jetzt muss die katholische Kirche nachholen, sonst sind die jungen Frauen weg", sagte die ZdK-Vizepräsidentin. "Jetzt kommt es darauf an, dass sich die Verweigerer dem Gespräch stellen."

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz trifft sich von Montag an zu ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda. Im Zentrum der Beratungen stehen die Vorbereitungen für den "synodalen Weg", bei dem es um Themen wie Machtstrukturen und Sexualmoral in der katholischen Kirche gehen soll. Die Vollversammlung dauert bis zum 26. September.

Erzbischof Koch sagte im ZDF-"Morgenmagazin", das Hauptargument für den Austausch sei aus seiner Sicht, dass sich viele Frauen durch die derzeitige Situation verletzt fühlten. "Vielleicht finden wir theologische Argumente. Ich bin für offenen Austausch", sagte der Berliner Erzbischof. So sei etwa die Frage offen, ob das Diakonat für Frauen geöffnet werden kann.

Der "synodale Weg", der am 1. Advent startet, ist ein Beratungsprozess, an dem sowohl die deutschen Bischöfe als auch Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), dem höchsten Gremium der katholischen Laien, beteiligt sind. Die deutschen katholischen Bischöfe hatten im März Reformvorstellungen formuliert.

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