Bahnhofsmission: "Wir werden auch in 25 Jahren noch gebraucht"

Bahnhofsmission: "Wir werden auch in 25 Jahren noch gebraucht"
23.09.2019
epd-Gespräch: Dirk Baas
epd

Die Arbeit für die christliche Bahnhofsmission wird nach Ansicht des Vorsitzenden der Evangelischen Bahnhofsmission, Klaus-Dieter Kottnik, in den nächsten Jahren zunehmen. Da die Bahn künftig mehr Reisende befördere, werde es auch einen Mehrbedarf an Reisebegleitungen geben sowie eine erhöhte Anzahl von Reisenden, die Hilfe und Orientierung suchten, sagte der frühere Präsident des Diakonie Bundesverbandes dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. "Eines ist sicher: Unsere Angebote werden auch in 25 Jahren noch gebraucht."

Kottnik betonte, dass die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der Bahnhofsmission längst über die Hilfen im unmittelbaren Reisegeschehen hinausgehe. Auch für obdachlose, arme oder suchtkranke Menschen seien die Stationen erste Anlaufstellen, sagte er. Menschen fänden bei den Bahnhofsmissionen ohne Vorbedingung und Terminabsprachen andere Menschen, die für sie da seien. "Wir reagieren darauf, dass es in unserer Gesellschaft an Orten fehlt, an die Menschen kommen können, ohne dass irgendwelche Anforderungen und Erwartungen an sie gestellt werden", sagte Kottnik.

Die Bahnhofsmission mit rund 2.300 Mitarbeitern wird von den beiden christlichen Kirchen getragen. Die erste Station am Schlesischen Bahnhof in Berlin, dem heutigen Ostbahnhof, wurde vor 125 Jahren gegründet. Aktuell gibt es bundesweit 105 Bahnhofsmissionen. Sie verstehen sich laut dem evangelischen Vorsitzenden als lebendige Existenz der Kirche am Bahnhof. "Wir geben Raum, einfach da zu sein, für Gespräche, vor allem für Seelsorge", erklärte Kottnik, der auch Pfarrer ist. In manchen Bahnhofsmissionen gebe es zudem "Raume der Stille" und regelmäßige Andachten.

epd db/pav jup

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