Religionsvertreter wollen heilige Orte besser schützen

Anschlag am Ostersonntag auf Kochchikade Church of Saint Anthony.

© epd-bild/Ralf Maro

Trauerflor weht über einer Straße in Sri Lankas Hauptstadt Colombo, wo die Kochchikade Church of Saint Anthony am 21.04.2019 Ziel eines Terroranschlags war.

Religionsvertreter wollen heilige Orte besser schützen
Religionsvertreter aus aller Welt wollen künftig verstärkt zusammenarbeiten, um den Schutz von Moscheen, Kirchen, Synagogen und Tempel vor Anschlägen zu verbessern.

"Zukünftig werden wir einen Angriff auf eine religiöse Stätte als einen Angriff auf alle religiösen Stätten wahrnehmen", sagte der Generalsekretär der Organisation "Religions for Peace", William Vendley, am Mittwoch in Lindau. Zudem solle eine Gemeinde nicht nur die eigene Stätte schützen, sondern auch die heiligen Orte anderer religiöser Gruppen, erklärte er bei der 10. Vollversammlung von "Religions for Peace".

Ein konkreter Plan liege noch nicht vor, aber die Organisation führe Gespräche mit Regierungen und den Vereinten Nationen, führte Vendley aus. "Religionen spielen bei dem Schutz eine große Rolle, aber es kann nur gemeinsam mit Regierungen, Städten und der Gesellschaft gelingen", betonte der Generalsekretär.

Zu dem Treffen in Lindau sind mehr als 900 religiöse Spitzenvertreter aus aller Welt an den Bodensee gereist. Noch bis Freitag beraten sie über Lösungen zu aktuellen Konflikten. Die Weltversammlung tritt etwa alle fünf Jahre zusammen und findet erstmals in Deutschland statt. Vertreter von "Religions for Peace" waren unter anderem bei den Konflikten in Bosnien-Herzegowina und in Ruanda als Vermittler tätig.

Ein Mann geht an 50 Paar wei߂en Schuhen vor einer Kirche vorbei. Jedes Paar Schuhe steht für einen der Menschen, die am 15. März 2019 bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch ums Leben gekommen waren.

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