Mit wenigen Klicks von der Kirche zur Kleiderkammer

Arjen Sepanji (24) hat für die Luthergemeinde Bahrenfeld eine App entwickelt.

© epd-Nord/Julia Fischer

Arjen Sepanji (24) hat für die Luthergemeinde Bahrenfeld eine App entwickelt.

Mit wenigen Klicks von der Kirche zur Kleiderkammer
Mit einer App erreicht man jüngere Menschen besser als nur mit einer Homepage, dachte sich Arjen Sepanji und präsentierte dem Kirchengemeinderat seine Idee. Und voilà: Nun hat die Gemeinde eine App.

Die Angebote der Luthergemeinde Bahrenfeld sind ziemlich weit verteilt: Der Luther-Campus mit Lebensmittelausgabe und Jugendarbeit ist gut einen Kilometer Fußweg von der Kirche entfernt, die Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe etwa die gleiche Strecke in die andere Richtung. Das ist für Menschen, die neu in die Gemeinde kommen, nicht leicht zu überblicken, dachte sich Arjen Sepanji (24). Seine Lösung: Eine App, in der sich alle Standorte, Beschreibungen und Termine, Ansprechpartner mit Kontaktmöglichkeiten und News mit wenigen Klicks aufrufen lassen.

Mit einer App erreicht man außerdem jüngere Menschen besser als nur mit einer Homepage, dachte sich der Iraner und präsentierte dem Kirchengemeinderat seine Idee. Der war schnell überzeugt und gab Sepanji grünes Licht. Inzwischen ist die App fertig und kann für Apple- und Android-Geräte kostenlos heruntergeladen werden. Vor allem die Flüchtlinge, um die sich die Gemeinde mit zahlreichen Projekten kümmert, nutzen die App.

Sepanji kam selbst vor fünf Jahren aus dem Iran nach Hamburg und lebte die ersten Monate in der Erstaufnahmeunterkunft an der Schnackenburgallee in Bahrenfeld. Dort bekam er Kontakt zur Luthergemeinde und fühlte sich schnell gut aufgenommen. Der Christ war mit seiner Mutter und seinen zwei jüngeren Brüdern aus dem Iran geflohen, er konnte dort seinen Glauben nur heimlich leben. Inzwischen wurde er in der Lutherkirche getauft und ist sogar Mitglied im Kirchengemeinderat. Er kümmert sich vor allem um Aufgaben aus der Öffentlichkeitsarbeit und übersetzt in den Taufkursen für Flüchtlinge.

Gut findet er bei der App, dass sie auch offline nutzbar ist und dass man Veranstaltungen oder Neuigkeiten kurzfristig einspeisen kann. Derzeit seien noch viele Funktionen aus Datenschutzgründen abgeschaltet, sagt Sepanji. Später sollen Nutzer darüber beispielsweise auch miteinander chatten können. Und vielleicht sollen die Inhalte auch noch in andere Sprachen übersetzt werden. Der Hintergrund der App ist jeweils in den liturgischen Farben des Kirchenjahres gehalten. Momentan ist er grün: für die Trinitatiszeit.