Übergangsregierung im Sudan vereidigt

Übergangsregierung im Sudan vereidigt
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Im Sudan ist am Mittwoch die neue Übergangsregierung feierlich vereidigt worden. Der Präsident des neuen Regierungsrats, Abdel Fattah al-Burhan, schwor den Amtseid im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Khartum, wie das Medienportal "Sudan Tribune" vermeldete. Anschließend wurden auch die weiteren Mitglieder des Rats - vier Militärs und sechs Vertreter der Zivilgesellschaft - in ihre Ämter eingeführt. Premierminister der Übergangsregierung soll dem Bericht zufolge Abdallah Hamdok werden.

Am Wochenende hatten Militärjunta und Opposition ein Abkommen zur Bildung einer Übergangsregierung unterzeichnet. Die Menschen auf den Straßen feierten den politischen Neuanfang. UN-Generalsekretär Antonio Guterres gratulierte dem sudanesischen Volk zu dem Schritt. Außenminister Heiko Maas (SPD) sprach von einem Moment der Hoffnung und des Aufbruchs: Die Unterzeichnung könne ein Wendepunkt in der Geschichte Sudans werden.

Al-Burhan war vor Bildung des Regierungsrats Vorsitzender des Militärrats. Nach 21 Monaten soll ein Vertreter der Zivilgesellschaft für weitere 18 Monate den Vorsitz übernehmen. Anschließend sind Wahlen geplant.

Anfang April dieses Jahres hatte das Militär nach monatelangen Protesten Präsident Omar al-Baschir abgesetzt, der das Land drei Jahrzehnte autokratisch regiert hatte. Al-Bashir steht in Khartum unter anderem wegen Korruption und der Ermordung von Demonstranten vor Gericht. Zudem hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag Haftbefehl gegen Al-Bashir wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur erlassen.

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