Diakonie Katastrophenhilfe eröffnet Büro im Jemen

Diakonie Katastrophenhilfe eröffnet Büro im Jemen

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat sich als Hilfsorganisation im Jemen registriert und ein eigenes Büro in der Küstenstadt Aden eröffnet. Zunächst würden drei lokale Mitarbeiter sowie eine international erfahrene Leitung vor Ort arbeiten, sagte der Kontinentalverantwortliche für Asien, Michael Frischmuth, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. Ziel sei es, eigene Hilfsprojekte leichter realisieren zu können. In Kooperation mit lokalen Partnern will die evangelische Hilfsorganisation unter anderem Lebensmittel und medizinische Hilfen per Lkw in die Kriegsgebiete schicken.

Vor allem im Westen des Jemen will die Diakonie Bäckereien mit Geräten und Backzutaten ausstatten, um die Brot-Produktion zu erhöhen, wie es hieß. Außerdem sollen Latrinen gebaut sowie Brunnen und Wasserleitungen repariert werden, damit sich die Cholera nicht weiter ausbreitet.

"Der Jemen ist derzeit einer der schwierigsten Kontexte für Hilfsorganisationen", sagte Frischmuth. Informationen über den Kriegs- und Frontverlauf geben den Angaben zufolge unter anderem etablierte lokale Partnerorganisationen. Unterstützung erhält die Diakonie Katastrophenhilfe außerdem von ihrem Büro im jordanischen Amman.

Der Hilfsorganisation zufolge sind von rund 30,5 Millionen Menschen im Jemen 80 Prozent auf humanitäre Hilfe angewiesen. "Gemessen an der Bevölkerungszahl ist es aktuell die größte humanitäre Krise weltweit", schreibt die Diakonie Katastrophenhilfe. Über 20 Millionen Menschen litten an Hunger, zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren seien mangelernährt. 18 Millionen Menschen hätten keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Anlagen. Allein im ersten Halbjahr 2019 seien fast eine halbe Million Cholera-Verdachtsfälle gemeldet worden.

Erst im Juni hatte das Welternährungsprogramm (WFP) seine Nahrungsmittelhilfen wegen systematischen Diebstahls von Hilfsgütern in den von der Huthi-Miliz kontrollierten Gebieten vorübergehend eingestellt. Seit über vier Jahren kämpft im Jemen die Regierung mit Hilfe einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition gegen die Huthi-Rebellen. Diese werden vom Iran unterstützt.

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