Verein Mission Lifeline plant neuen Einsatz ab 1. August

Verein Mission Lifeline plant neuen Einsatz ab 1. August

Die Flüchtlingshilfsorganisation Mission Lifeline will in Kürze mit einem neuen Schiff die Rettung von Bootsflüchtlinge im Mittelmeer wieder aufnehmen. "Wenn alles gut geht, laufen wir am 1. August aus", sagte Mission-Lifeline-Sprecher Axel Steier am Donnerstag auf epd-Anfrage in Dresden. Den Namen des neuen Schiffs wollte er aus Sicherheitsgründen noch nicht nennen. Es werde zwischen 24 und 70 Seemeilen vor der libyschen Küste zwischen Tunesien und Tripolis kreuzen, sagte Steier.

Das erste Schiff des Dresdner Vereins, die "Lifeline", hatte im Sommer vergangenen Jahres im Mittelmeer 234 Flüchtlinge aufgenommen. Nach tagelanger Irrfahrt durfte das Schiff in Maltas Hauptstadt Valletta anlegen, wurde danach jedoch von Maltas Behörden beschlagnahmt. "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch wurde von einem Gericht in Valletta wegen des Vorwurfs der falschen Registrierung des Rettungsschiffes zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Er legte Revision ein.

Laut Steier ist die "Lifeline" noch immer beschlagnahmt. Den Verein koste der Unterhalt des festgesetzten Schiffs im Monat 15.000 Euro. Vorerst gebe es "keine Aussicht, dass wir das Schiff wiederkriegen", sagte er.

Unterdessen erschien die Kapitänin des ebenfalls privaten Seenotrettungsschiffs "Sea-Watch 3", Carola Rackete, am Donnerstag erneut vor einem Gericht im sizilianischen Agrigent. Italien wirf ihr unter anderem Beihilfe zur illegalen Einwanderung vor. Die "Sea-Watch 3" hatte am 12. Juni 53 Bootsflüchtlinge aufgenommen. In der Nacht zum 29. Juni entschied Rackete unter Berufung auf die Notsituation an Bord trotz des italienischen Verbots den Hafen von Lampedusa anzusteuern. Unmittelbar nach dem Anlegen wurde sie unter Hausarrest gesellt, kam aber wieder frei. Die "Sea-Watch 3" blieb beschlagnahmt.

Meldungen

Top Meldung
Deutschland exportiert mehr Waffen in Krieengebiete
Die Top 100 der Rüstungskonzerne machen 2018 mit Waffen und militärischen Dienstleistungen mehr als 400 Milliarden Dollar Umsatz. In Ländern, in denen Konflikte toben, versinken die Menschen in Armut. Hilfswerke fordern ein Exportverbot.